Elisabeth Klimmeck geht mit Frauen-Union auf Entdeckungstour durch Kräuterwelt
Für Linderung nur bücken

Mit anderen Augen sehen nun die Teilnehmer an der Kräuterwanderung die Pflanzen am Wegesrand, die meistens zu Unrecht als Unkraut abgetan werden. Bild: hia
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Bayern
06.08.2016
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Speichersdorf. Für die einen ist es Unkraut, für Elisabeth Klimmeck schlummert in wildwachsenden Pflanzen "ein Heil- und Genusspotenzial mit ungeahnter Wirkung für Geist, Leib und Seele". Die Frauen-Union hatte sich mit der Kräuterpädagogin zu einem Spaziergang rund um die Tauritzmühle aufgemacht. Nach den zweieinhalb Stunden mit der Windischenlaibacherin mussten die rund 40 Teilnehmerinnen laut Vorsitzender Verena Micklisch-Stahl einräumen, dass das "Unkraut" ein Unwort sei. "Jeder Meter, an dem wir achtlos an Gräsern und Kräutern vorbeigehen, sind Meter unentdeckter und unbekannter Bedeutung und Wirkung", ergänzte Barbara Dierl.

Selbst für diejenigen, die sich bereits für die Kräuterwelt interessiert haben, gab es Neues zu entdecken. Die scharfe Brennnessel etwa gelte als wichtige Heilpflanze, erklärte Klimmeck. Sie fördere den Stoffwechsel, ihre Gerb- und Bitterstoffe spülten den Darm durch. Die Brennnessel könne als Tee getrunken, Salat oder Suppe beigegeben oder wie Spinat gegessen werden.

Spitzwegerich eignet sich bestens als Mittel gegen Husten, dessen zerriebene Blätter zur Wundheilung oder als frische Beigabe etwa für Brot und Quarkspeisen dienen. Ebenso lindere die Pflanze den Juckreiz und Schmerz bei einem Mücken-, Bienen oder Wespenstich. Die in Schuhe gelegten Blätter des Breitwegerichs helfen bei Blasen an den Füßen. Schnell wirkt er kühlend und wundheilend, wusste Klimmeck. Mädesüß lindere etwa Kopfschmerzen, das Weideröschen Prostatabeschwerden. Die Scharfgabe wirke krampflösend, der Frauenmantel regulierend auf den weiblichen Hormonspiegel. Letzterer könne als Tee oder im Salat serviert werden. Für einen vitaminreichen Salat sorgten die jungen Blätter des frisch gesprossenen Löwenzahns oder das Wiesen-Labkraut.

Giersch sei früher sehr geschätzt gewesen, um Gicht und Rheuma zu behandeln oder die Harnorgane zu beleben und den Stoffwechsel zu fördern. Praktisch sei das frisch zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche. Die frischen Triebe eigneten sich hervorragend als Salat. Die Blüten und Blätter der Königskerze wirkten gegen Husten.

Dem theoretischen Teil folgte die kulinarische Probe. Klimmeck hatte Brote mit Kräutern gebacken. Sie kredenzte einen Sieben-Kräuter-Quark und Erdäpfelkäs und zum Trinken Giersch-Limonade.
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