Ernteausfälle lassen Preise steigen
Spargel wird zum Edelgemüse

Derzeit leidet das Stangengemüse vor allem unter der nächtlichen Kälte. Spargelfelder wie hier bei Albertshofen werden daher mit Plastikfolien abgedeckt. Bild: dpa
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Bayern
19.05.2016
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Schrobenhausen/Hirschaid. Wer auf Schnäppchen-Preise hofft, muss sich wohl noch ein bisschen gedulden: Kalte Nächte und fehlende Sonne machen Spargel nach Angaben von Erzeugern derzeit zum teuren Edelgemüse. 7,50 bis 8,50 Euro müssten Verbraucher aktuell für ein Kilo des Stangengemüses hinlegen. "Ich habe auch schon 9,50 Euro gesehen", berichtete der Vorsitzende des Spargelerzeugerrings Südbayern, Josef Plöckl, am Mittwoch. Fünf bis sechs Euro sind sonst üblich.

Sein Kollege aus Franken, Hans Ott, sieht das ähnlich. "Es gibt in diesem Jahr wegen der geringeren Erträge fast keine Sonderangebote", berichtete der Vize-Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Franken. Viele Spargelbauern sähen daher die diesjährige Saison mit gemischten Gefühlen: Einerseits hätten die beiden Kältewellen Ende April und an Pfingsten die Erträge gedrückt. Andererseits habe das knappe Spargelangebot aus Sicht der Erzeuger für stabile Preise gesorgt.

Dreifach-Abdeckung


Unter Ertragseinbußen leiden nach Plöckls Angaben in den südbayerischen Anbaubaugebieten in Schwaben und Niederbayern (rund 850 Hektar) vor allem Bauern, die ihre Spargelreihen lediglich mit einer einzigen schwarzen Folie vor der Kälte schützten. Ihrem Spargel hätten die kalten Nächte und der kühle Wind zugesetzt. "Wir hatten in den vergangenen Wochen nur eine Nacht gehabt, in der es wärmer als zehn Grad war. Meistens rutschten die Temperaturen auf vier bis fünf Grad", klagte Plöckl. Erzeuger mit Folien-Tunneln und Dreifach-Abdeckung seien dagegen mit den Erträgen zufrieden.

Etliche Spargelerzeuger hofften jetzt noch auf einen sonnigen Endspurt der Saison. Bei zwei bis drei sonnigen Wochen könnte man mit richtig guten Erträgen rechnen, die den Spargel dann auch für Verbraucher mit kleinerem Gelbeutel interessant machten, prognostizierte Plöckl.

Mittelfristig wird sich nach Einschätzung von Ott, der in Hirschaid Spargel anbaut, auch der im Vorjahr eingeführte gesetzliche Mindestlohn auswirken. Bislang profitierten die Spargelerzeuger noch von Ausnahmeregelungen; erst in mehreren Zwischenstufen soll das Niveau auf 8,50 Euro pro Stunde steigen. "Damit werden natürlich auch die Spargelpreise steigen", zeigte sich Otto überzeugt.
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