Erpresserische Angriffe
Trojaner auf dem Vormarsch

Quellcode eines Computervirus. BIld: dpa
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Bayern
06.03.2016
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München. Die Zahl der Angriffe mit Erpresser-Software in Bayern nimmt zu. Zurzeit lägen rund 40 Anzeigen von Betroffenen vor, deren Rechner von Krypto-Trojanern wie "Locky" befallen sind, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes. Seit Januar 2015 habe man 620 Fälle registriert. Die Qualität der Angriffe habe sich verändert. Früher hätten sie ein System gesperrt, heute verschlüsselten sie Daten.

Die Ransomware (Lösegeldsoftware) findet meist durch das Anklicken gefälschter E-Mail-Anhänge ihren Weg auf ein Computersystem. Wird der Trojaner durch das Öffnen des Anhangs aktiv, werden alle Dateien verschlüsselt. Die Erpresser fordern Lösegeld für die Entschlüsselung - die aber auch nach der Zahlung einer Lösegeldsumme oft unterbleibe. Fachleute könnten die Daten unter Umständen rekonstruieren. Opfer von Trojanern sollten keinesfalls zahlen, sondern Anzeige erstatten. Zwar sei es schwierig, die Hintermänner zu fassen. "Es gibt aber begründete Hoffnung, dass wir sie erwischen."

Der LKA-Sprecher rät, regelmäßig Daten zu sichern, etwa auf einer externen Festplatte. Wichtig sei, dass die Sicherungskopien nicht dauerhaft mit dem Rechner verbunden seien, da sie sonst auch befallen werden könnten. Zuletzt waren unter anderem das Fraunhofer-Institut in Bayreuth und die Stadtverwaltung im unterfränkischen Dettelbach Opfer eines Krypto-Trojaners geworden.

Aktuell warnen IT-Sicherheitsexperten vor vermeintlichen E-Mails des Bundeskriminalamts, die wiederum vor "Locky" warnen. In der Mail wird behauptet, dass das BKA mit Herstellern von Antiviren-Software zusammen arbeite. Empfänger der Mail sollten einen Sicherheitsratgeber und ein Analysetool im Anhang herunterladen. Diese Datei sei aber selbst ein Trojaner.
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