Fahrtenschreiber der Unglückszüge von Bad Aibling ausgewertet
Zahl der Opfer könnte steigen

Mittlerweile wurde bei der Spurensuche in den Zugwracks auch die dritte Blackbox gefunden. Dass es in einem der beiden Züge, die am Dienstagmorgen bei Bad Aibling zusammenstießen, zwei Fahrtenschreiber gab, liegt laut einem Sprecher des Bundesverkehrsministeriums daran, dass es ein zweiteiliger Zug war. Bild: dpa
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Bayern
13.02.2016
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Bad Aibling. Es ist eine Puzzlearbeit - für die Ermittler, die die Ursache für das Zugunglück von Bad Aibling finden wollen. Und für diejenigen, die die Wracks abtransportieren sollen. Bei den Aufräumarbeiten ist am Freitag auch die letzte Blackbox aufgetaucht. Dieser Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, den Hergang des Unfalls zwischen Holzkirchen und Rosenheim mit bisher elf Toten und vielen Verletzten herauszufinden.

Die Experten kommen bei der Spurenanalyse voran - bislang aber ohne konkrete Ergebnisse. Zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Zugwracks wurden vollständig ausgelesen. Die Auswertung der dritten, am Freitag geborgenen Blackbox werde versucht - sie sei allerdings beschädigt. "Es konnten keine Hinweise auf Missachtung von Signalen festgestellt werden", berichtete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

"Mehr Puzzleteile" nötig


Zur Suche nach der Ursache sagte eine Polizeisprecherin: "Wir brauchen noch mehr Puzzleteile, um das gesamte Bild sehen zu können." Es sei noch nicht ausgemacht, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handele. "Da können auch mehrere Sachen zusammenspielen." Als nächstes würden die Zugfunkgespräche ausgewertet und mit dem Fahrtverlauf abgeglichen, erläuterte der Ministeriumssprecher.

Schlechte Nachrichten kommen aus den Kliniken. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, sagte eine Sprecherin: "Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind." Es stehe zu befürchten, dass weitere Menschen ihr Leben verlören. In einem ökumenischen Gottesdienst wollen die Menschen in Bad Aibling am Sonntag der Opfer der Zugkatastrophe vom Dienstag gedenken. Die Unfallstelle wird unterdessen mit schwerem Gerät aufgeräumt. Wann die letzten Zugteile abtransportiert sein werden und wann die Strecke wieder geöffnet wird, ist noch unklar.
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