Fall Peggy: Jede Chance nutzen

Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben. Bild: dpa
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Bayern
01.06.2015
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Vor 14 Jahren verschwand die Schülerin Peggy spurlos in Oberfranken. Was genau mit ihr passiert ist, weiß die Polizei bis heute nicht. In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" soll es nun noch einmal um ihr Schicksal gehen.

Wäre Peggy Knobloch noch am Leben, wäre sie heute eine junge Frau im Alter von 23 Jahren. Doch 2001 kam Peggy in Lichtenberg im Landkreis Hof nicht von der Schule nach Hause. Seitdem fehlt jede Spur von ihr. Dass sie noch leben könnte, glaubt eigentlich niemand mehr. Doch was mit ihr passiert sein könnte - auch darüber gibt es keine Gewissheit. Eine Leiche wurde nie gefunden. Noch heute ist ihr Verschwinden einer der größten ungelösten Kriminalfälle Bayerns.

Nun befasst sich die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" mit Peggys Schicksal. In der Folge "Wo ist mein Kind?" an diesem Mittwoch, 3. Juni, wird der Fall nochmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Aber was bringt die Suche eigentlich nach so langer Zeit noch?

Keine Euphorie

Man wolle diese Möglichkeit natürlich nutzen, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel in Bayreuth. "Man muss sehen, ob noch Hinweise kommen, die weiterführen könnten." Euphorisch klingt das nicht gerade. Potzels Behörde ermittelt seit 2012 wieder, der Durchbruch blieb bislang aus. Etwa 4800 Hinweise habe es gegeben, sagt er. "Die sind inzwischen weitgehend abgearbeitet." Der Fall Peggy bleibt ein Rätsel. 2002 präsentierten die Ermittler den geistig behinderten Ulvi K. als Tatverdächtigen. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht hatte. 2004 wurde er als Peggys Mörder verurteilt. Bei einem Wiederaufnahmeverfahren wurde er freigesprochen.

In den vergangenen beiden Jahren gab es eine Reihe von spektakulären Untersuchungsaktionen - alle erfolglos. Zuletzt wurde im Frühjahr in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht. 2013 war die Polizei fast eine Woche lang damit beschäftigt, ein Anwesen in Lichtenberg zu durchsuchen - sogar im Garten wurde gegraben. Die Ermittler fanden zwar Knochenreste, sie stammten aber nicht von Peggy. Zwischenzeitlich waren ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder geraten, doch auch diese Spur brachte keinen Durchbruch. Sie gelten inzwischen nicht mehr als Verdächtige.
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