Falscher Mehltau Problem in ganz Europa, nur nicht in Franken
Reiner Wein

Der "Falsche Mehltau" ist ein Pilz, der Weinreben befällt - und den Winzern in ganz Europa derzeit die Laune verdirbt. Nur die fränkischen Weinbauern hatten bisher Glück. Bild: dpa
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Bayern
01.08.2016
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Würzburg. Eine Pilzerkrankung, die derzeit viele Weinreben in Deutschland und Europa bedroht, macht zur Freude der fränkischen Winzer einen Bogen um ihre Anbaugebiete. Der sogenannte Falsche Mehltau sei in diesem Jahr kaum ein Problem, sagte Andreas Göpfert vom Fränkischen Weinbauverband. Grund dafür sei eine geografische Besonderheit Frankens: "Wir liegen auf der regenabgewandten Seite von Spessart und Rhön." Deshalb sei in den kritischen Wochen vor der Blüte der Reben Ende Mai nicht so viel Regen gefallen, dass der Pilz sich stark hätte ausbreiten können.

Absolute Dunkelheit


Um sich vermehren zu können, brauche der Pilz absolute Dunkelheit und tropfbare Flüssigkeit, erläuterte Göpfert weiter. Diese Bedingungen seien in Franken im Frühjahr kaum gegeben gewesen, da hier kaum Regen gefallen sei. Nach der Blüte seien die Reben nicht mehr für Peronospora anfällig.

Die Winzer Badens, Württembergs, Rheinhessens und der Pfalz hingegen befürchten Ernteausfälle. "So hoch ist der Befallsdruck seit Jahrzehnten nicht mehr gewesen", sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz. Nach dem vielen Regen im Frühjahr sei der Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen "Peronospora" "ein flächendeckendes Problem nicht nur bei uns in Baden, sondern auch in anderen deutschen Anbaugebieten und in anderen EU-Staaten", sagte der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, Peter Wohlfarth. Dadurch drohten Mengeneinbußen bei der Weinlese im Herbst. "Es war für Winzer europaweit ein bemerkenswert anspruchsvolles Jahr", sagte Göpfert.

Falscher MehltauDer Falsche Mehltau macht sich an Blättern und jungen Trauben breit und lässt Pflanzenteile absterben. Niederschlag und feuchtes Wetter befördern den Befall. Im Gegensatz zu dem auf Rosen vorkommenden "echten" Mehltau befällt der Falsche Mehltau die Blatt-Unterseite. (dpa)
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