Festnahmen wegen Totschlags
Leiter eines Altenheims in Haft

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Bayern
28.11.2016
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Untermerzbach. Die beiden Verantwortlichen eines unterfränkischen Altenheims, in dem Senioren durch Vernachlässigung zu Tode gekommen sein sollen, bleiben in Haft. Ein Ermittlungsrichter ordnete am Freitag die Fortdauer der Untersuchungshaft an, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Bamberg. Beide Angeschuldigten hätten sich vor dem Richter nicht geäußert.

Die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter des Seniorenheims in Untermerzbach (Kreis Haßberge) waren am Donnerstag wegen Totschlagsverdacht festgenommen worden. Der Ermittlungsrichter habe den Verdacht als begründet angesehen, dass die beiden den Tod von Heimbewohnern zumindest billigend in Kauf genommen hätten, erläuterte der Sprecher. Damit seien die Bedingungen für einen bedingten Tötungsvorsatz gegeben. In dem Heim sollen mehrere Menschen unter ungeklärten Umständen gestorben sein.

Nachdem die Staatsanwaltschaft seit Mai Ermittlungen wegen Verdachts der Misshandlung von Bewohnern führte, hatte das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben Mitte Oktober eine Prüfung des Heims angeordnet. Die Prüfung hätte die Vorwürfe jedoch nicht bestätigt. Die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, Ulrike Mascher, kritisierte am Freitag die Behörden. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass in einem Heim, das im Oktober keinen Grund zur Beanstandung hatte, jetzt Festnahmen wegen Totschlags erfolgen."
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