Fichtelgebirgsverein in der Markierungsarbeit vorbildlich - Höhere Beiträge beschlossen
Mehr als 3000 Kilometer Wanderwege

Auszeichnungen erhielten Klaus Fraunholz (rechts) aus Münchberg, Harry Panzer (Zweiter von rechts) aus Tröstau, Michael Wegner (Vierter von rechts) aus Arzberg und Horst Ruhl (Fünfter von rechts) aus Weidenberg. Für den Einsatz dankten Hauptvorsitzender Heinrich Henniger (Zweiter von links), seine Stellvertreter Monika Saalfrank und Jörg Nürnberger. Bilder: hfz (2)
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Bayern
19.04.2016
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Jörg Hacker aus Münchberg ist seit 1. April hauptamtlicher Geschäftsführer des Fichtelgebirgsvereins und ehrenamtlicher Naturschutzreferent.

Wunsiedel/Bischofsgrün. Mit 17 000 Mitgliedern ist der Fichtelgebirgsverein sehr stark. Vor etlichen Jahren zählte der FGV allerdings noch 22 000 Mitglieder. Dieser Schwund bereitet durchaus Sorge, wie bei der Jahreshauptversammlung im Kurhaus Bischofsgrün anklang. Mit knapper Mehrheit wurde eine Beitragserhöhung beschlossen.

Auf ein arbeitsreiches Jahr blickte Hauptvorsitzender Heinrich Henniger zurück. Trotz aller Sparsamkeit seien in allen Fachgebieten Akzente gesetzt worden. Ein Schwerpunkt lag auf der Wegemarkierung, eines der Aushängeschilder des Heimatvereins. Als Nachfolger von Geschäftsführer Klaus Bauer, der in Ruhestand getreten ist, stellte der Vorsitzende Jörg Hacker vor.

Tourismus vorangebracht


Landtagsabgeordneter Martin Schöffel dankte dem FGV für die gewaltige Arbeit, die mit der Erschließung durch Wanderwege die Region auch in Sachen Tourismus voranbringe. "Wir sind stolz, was der Heimatverein hier geleistet hat", sagte er auch im Hinblick auf den Unterhalt der Berghäuser. Anerkennung zollten dem FGV auch die stellvertretende Bayreuther Landrätin Christa Reinert-Heinz und Bischofgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub, der darauf aufmerksam machte, dass im Jahr 2018 der Deutsche Winterwandertag des Wanderverbandes rund um den Ochsenkopf mit Unterstützung des FGV stattfinde.

Wanderwegereferent Christian Kreipe erinnerte daran, dass der Naturpark Steinwald und der Oberpfälzer Waldverein das Markierungssystem des FGV übernommen haben und dadurch den Wanderern bei ihren Touren einheitliche Markierungen zur Verfügung stünden. 93 Personen stünden als ehrenamtliche Wegepaten dort zur Verfügung, wo Markierungswarte in den Ortsvereinen fehlen. Der FGV betreut 142 Streckenwege mit 2463 Kilometern und 180 Rundwege mit 1224 Kilometern, insgesamt also 3687 Kilometer Wanderwege im Fichtelgebirge.

Der Referent für das Wandern, Dieter Kottwitz, berichtete von 1269 geführten Wanderungen, an denen fast 20 000 Personen teilgenommen haben. Dabei legten sie 13 722 Kilometer zurück. Kottwitz plädierte für die Schaffung behindertengerechter Wanderwege, wie sie bei der Tauritzmühle des FGV-Ortsvereins geplant werden.

Jugendwanderweg geplant


Familien- und Jugendreferentin Christina Beier erinnerte an den Ausflug von 50 Teilnehmern nach Nürnberg. Sie setzte sich verstärkt für Jugendwanderwege ein, von denen es bereits über 50 in Deutschland gibt. Vom Wunsiedler Busbahnhof aus ist ein solch erlebnisreicher Wanderweg in Vorbereitung, der über Valetsberg und Holenbrunn ins Demutstal und zum Katharinenberg führt.

Eine der Hauptaufgaben des FGV ist die Naturschutzarbeit. Referent Jörg Hacker musste für die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost und den Netzentwicklungsplan Stellungnahmen abgeben. Der FGV-Hauptausschuss hatte folgenden Beschluss gefasst: "Solange die Notwendigkeit der Gleichstrompassage Süd-Ost nicht zweifelsfrei erwiesen ist, lehnt der Fichtelgebirgsverein dieses Vorhaben - sowohl als Freileitung als auch in Erdverkabelung - grundsätzlich ab." Bei der Fortschreibung des Verkehrswegeplanes Oberfranken-Ost war die Mitarbeit des FGV gefragt, ebenso in den Naturschutzbeiräten bei den Landkreisen Tirschenreuth und Wunsiedel. Erfreulich sei, dass die B 303 neu aus dem Verkehrswegeplan genommen wurde.

Für ideelle Aufgaben


Schatzmeister Harry Panzer berichtete von einem ausgeglichenen Haushalt. Um die zukünftigen Ausgaben bewältigen zu können, müsse der Beitrag jedoch angehoben werden, stellte der Hauptvorsitzende fest. Das Geld fließe nicht in die FGV-Häuser, sondern in erster Linie in ideelle Aufgaben. Vorgeschlagen wurde, ab 2017 den Beitragsanteil des Hauptvereins wie folgt zu erhöhen: Vollmitglieder jährlich 20 Euro, Ehegattenmitglieder 8 Euro, Jugendliche 6 Euro. Nach lebhafter Diskussion war in geheimer Abstimmung eine knappe Mehrheit dafür.

Ehrungen beim FichtelgebirgsvereinWegen besonderer Verdienste zeichnete FGV-Hauptvorsitzender Heinrich Henniger einige Mitglieder aus den Ortsvereinen aus. Den Goldenen Siebenstern erhielt Michael Wegner aus Arzberg. Er ist seit 1992 Wege- und Markierungswart mit Erfahrung in der Wanderwege-Digitalisierung. Seit 2012 ist er außerdem als Naturschutzwart tätig und betreut nebenher mit seinem Vater 1000 Nistkästen. Die Silberne Ehrennadel ging an Harry Panzer . Er ist seit 2006 Beirat im FGV-Ortsverein Tröstau, seit 2009 Hauptkassier des Fichtelgebirgsvereins und stellt als Steuerberater ehrenamtlich seine Kenntnisse zur Verfügung. Eine besondere Ehrung bekam Klaus Frauenholz , der seit 60 Jahren Mitglied im FGV ist. Seit Anfang der 1960er Jahre war er in der FGV-Jugend tätig, von 1985 bis 2012 Ortsgruppenvorsitzender sowie Vertreter vom Wandergebiet IV im FGV-Hauptausschuss. FGV-Ehrenmitglied Horst Ruhl , der zum 31. Dezember 2015 als Vorsitzender der Naturschutzstiftung zurücktrat, wird beim Kulturtag in Brand die Umweltmedaille erhalten. Die Stiftung hat bis jetzt etwa 25 Hektar Biotop-Flächen durch Bezuschussung ermöglicht, sagte Henniger. Ruhl ist seit 1963 in mehreren Funktionen im FGV ehrenamtlich tätig.
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