Fichtelgebirgsverein streicht weitere Traditionsveranstaltung
Wandertag ein Auslaufmodell

Die Mienen sagen alles - sichtlich und hörbar angespannt ist das Verhältnis zwischen der FGV-Ortsgruppe und dem Hauptverein, wie der Disput zwischen Erwin Dromann (rechts) und Heiner Henninger deutlich machte. Bild: hai
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Bayern
28.11.2016
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Seit zwei Jahren stellt der Vorstand des Fichtelgebirgsvereins das Veranstaltungsprogramm auf den Prüfstand. Nicht mehr Zeitgemäßes wird über Bord geworfen, Neues kreiert, Altbewährtes neu ausgerichtet. Gestrichen sind bereits das Johannisfeuer und nach 23 Jahren das Keramikertreffen. Nächstes Jahr trifft es eine weitere Traditions- veranstaltung.

Speichersdorf. 2017 gibt es nach über 40 Jahren keinen Wander- und Familientag mehr, kündigte Vorsitzender Erwin Dromann in der Jahreshauptversammlung an. "Der klassische Wandertag hat sich überholt, er ist nicht mehr zeitgemäß und wird nicht mehr angenommen." An seine Stelle trete ein Outdoor-Tag, erläuterte Rainer Prischenk. Wanderer, Geocacher, Hundehalter, Walker, Reiter im Fichtelgebirge können den Tag nach sportlichen Aktivitäten gemütlich in der Tauritzmühle ausklingen lassen. Neu gestartet wurde 2016 auch das Pilotprojekt "Mühlen-Biker". Über eine Whatsapp-Gruppe wurden bereits mehrere zweistündige Touren organisiert.

Erstmals werden am 9. Dezember Nikolausfeier und Weihnachtsfeier zusammengelegt. Premiere feiert am 6. Januar ein "Winterfeuer mit Stärk-antrinken". Beim Bürgerfest im Juli 2017 wird man mit einem französischen Abend mit Wein und Cognac dabei sein.

Im Oktober feierte ein Kirchenkonzert mit Brigitte Traeger eine grandiose Premiere. Ebenfalls ein Vortrag über die Schönheiten des Fichtelgebirges mit Dieter Kottwitz mit 60 Zuhörern. Länderabend und Kleinkunstbühne der Kulturabteilung seien eine sichere Bank, um den finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können, meinte Dromann. Bewährt hat sich der Schafkopflehrgang. Es wird eine Neuauflage geben. Zum zehnten Mal wurde der Preisschafkopf um den Goldenen Pfennig ausgerichtet, zum dritten Mal der Volksmusiknachmittag. Ein Klassiker im Kinderprogramm ist das Ostereiersuchen. "Für alle, die das Jahr über für den Verein rackern", gab es laut Dromann erstmals ein Helferfest.

Erwin Dromann: Vom Hauptverein kommt zu wenig zurückZu den Weichenstellungen des Fichtelgebirgsvereins (FGV) gehörte die einstimmig beschlossene Beitragserhöhung. Vollmitglieder zahlen statt 20 nun 28 Euro, für Ehegatten steigt der Beitrag von 8,50 auf 13 Euro, für Jugendliche um 3 Euro auf 6 Euro. Die Erhöhung ist im Wesentlichen der Beitragserhöhung des Hauptvereins geschuldet.

Dieser Umstand führte dann auch zu einem kurzen lautstarken Schlagabtausch zwischen Ortsvorsitzendem Erwin Dromann und Hauptvereinsvorsitzendem Heiner Henninger über unterschiedliche Auffassungen der Unterstützung der Ortsgruppe durch den Hauptverein. Die Erhöhung des Grundbeitrags um 6 auf 14 Euro begründete Henninger mit den wachsenden Ausgaben für ideelle Aufgaben des Vereins und schwindenden Mitgliederzahlen. Ursache seien nicht die FGV-Häuser. Sichtlich verbittert über den einseitigen Zahlungsfluss rechnete Dromann vor, dass die Ortsgruppe jährlich 10 000 Euro abgeführt habe, künftig seien es 14 000 Euro im Jahr. Vom Hauptverein komme mit 10 000 Euro der geringste Betrag unter allen Zuschussgebern für die 200 000 Euro teueren Baumaßnahmen an der Tauritzmühle. "Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", gab er Henninger mit auf den Weg. (hai)
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