Fichtenhornbläser stecken Ziele ab
Einmal mit Anhänger nach Berlin

Ein kleiner Verein mit großer Außenwirkung: Die Speichersdorfer Fichtenhornbläser wollen bei einem Weihnachtsmarkt in Südbayern auftreten. Großes Ziel von Vorsitzendem Gerhard Kreutzer und musikalischem Leiter Heinz Schmidt ist aber, einmal vorm Brandenburger Tor in Berlin zu spielen. Bild: bkr
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Bayern
30.11.2016
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Speichersdorf. Der Verein ist klein, die Instrumente sind umso größer. Dort, wo die Fichtenhornbläser auftreten, hinterlassen sie einen bleibenden Eindruck. 17 Mal war dies in den zurückliegenden zwölf Monaten der Fall. Wunsch der Musiker ist, einmal vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu spielen.

Für die Jahreshauptversammlung im Landgasthof Imhof ließen sie aber ihre 4,20 Meter langen Hörner zu Hause. Für den Transport hatten sie sich einen 4,25 Meter langen Anhänger angeschafft. "Endlich werden die Hörner nicht mehr nass", freute sich Vorsitzender Gerhard Kreutzer, denn über den alten Hänger schauten sie hinaus. Der unsachgemäße Transport bedingte bei der Fahrt in den Bayerischen Wald einen Bruchschaden an einen der Instrumente. Die Suche nach einem neuen Anhänger und Sponsoren bildete dann die Hauptarbeit im vergangenen Winter.

Gerade zur Weihnachtszeit waren die Fichtenhornbläser gefordert. Der Landkreis und der Bezirk Oberfranken hatte sie zu offiziellen Veranstaltungen eingeladen. Ebenso waren sie bei der Landesgartenschau in Bayreuth. Unter die Höhepunkte stufte Gerhard Kreutzer, der dem verstorbenen Gründungsvater Sepp Reichl gedachte, die Aufnahmen mit dem Fernsehteam von OTV am 16. August ein. "Da waren wir topp, was Ansporn sein soll", bemerkte dazu musikalischer Leiter Heinz Schmidt.

Er zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner sechs Bläser. "Jeder wird gebraucht und wenn einer fehlt, kratzen wir an der Auftrittsfähigkeit." Seine Hoffnung setzt er auf Maria Seidl aus Oberwappenöst. Sie will im neuen Jahr das Ensemble verstärken. Schmidt setzt aber auch auf die auszubildenden Bläser. Nachwuchs mit musikalischen Vorkenntnissen als Blechbläser seien immer gefragt.

Zum Ziel setzen sich die Fichtenhornbläser, mit der Alphornmesse in den kommenden Monaten auftreten zu können. Die Pfarrer Sven Grillmeier und Dirk Grafe würden dafür die Türen ihrer Gotteshäuser öffnen, informierte Schmidt. Noch nicht ganz erreicht wurde dagegen, andere Instrumente in den einzigartigen Klang der Fichtenhörner zu integrieren. "Wir sind aber auf den besten Weg, dies zu schaffen."

Schwierig gestaltet sich auch die Suche nach geeigneten Fichten. Diese müssten besonders krumm gewachsen sei, wie sie an Steilhängen oder in alten Gassen zu finden sind. In mühsamer Handarbeit entsteht daraus ein prächtiges Blasinstrument. Dank den Sponsoren für den Anhänger und der Ausgaben für ein einheitliches Outfit gelang es Eva-Kristin Schlosser, die Kasse mit einem kleinen Plus abzuschließen.
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