Fitness- und Wohlfühl-Arena

Nicht nur Reden, auch Tanz und Gesang begleiteten die Einweihung der Grundschul-Turnhalle. Bild: Miedl
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Bayern
28.10.2016
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Oberbürgermeister Oliver Weigel (rechts) benannte während der Feier im Beisein zahlreicher Ehrengäste die bisherige Städtische Turnhalle um: in Stadthalle Marktredwitz. Doch weil die Bauarbeiten hier noch nicht beendet sind, lud der OB die Gäste ins neue Doppel-Foyer ein. Hier enthüllte Weigel eine Fotomontage, auf der über dem Eingang der bisherigen Städtischen Turnhalle bereits Stadthalle Marktredwitz steht. Bild: Miedl

Das Rennen um die Sporthalle für die Grundschule dauerte lange. Bei der Feier zur Einweihung verglich es Pfarrer Christoph Schmidt mit einem Orientierungslauf, der zum Marathon wird.

Marktredwitz. "Endlich", sagte Oberbürgermeister Oliver Weigel am Montagnachmittag bei der Eröffnung der neuen Grundschul-Turnhalle in Marktredwitz. "Endlich", sagte auch der oberfränkische Regierungsvizepräsident Thomas Engel. Nur Johannes Drechsler, erst seit September Rektor an der Grundschule Marktredwitz, sagte "schon". Für ihn erfülle sich ein "Wunschtraum", weil er, kaum an der Schule, schon die neue Turnhalle einweihen dürfe. Aus Gesprächen wusste Drechsler jedoch vom hohen Leidensdruck der Lehrer und Schüler all die Jahre.

Für die rund 450 Schüler gebe es nun kurze Wege zum Sport, freute sich der Oberbürgermeister. Die mühevollen, zeitaufwendigen Fahrten in die Dörflaser Turnhalle gehörten der Vergangenheit an. Die Kinder müssten jeden Tag in der Schule lange still sitzen: "Da zählt wirklich jede Minute, die mit Bewegung und ausgelassenem Toben verbracht werden kann."

"Leuchtturmprojekt"


"Das ist keine Grundschul-Turnhalle, sondern eine Fitness- und Wohlfühl-Arena, die alle modernen Anforderungen erfüllt", meinte Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU). Er lobte das "Leuchtturmprojekt", verschwieg aber nicht, dass im Landkreis Wunsiedel noch einiges zu tun sei, um alle Sportstätten und Schulen auf dieses Niveau zu heben.

Das Rennen um die Turnhalle habe lange gedauert, betonte Pfarrer Christoph Schmidt, der mit Pfarrer Josef Triebenbacher den Segen erteilte. Einige hätten laut Schmidt den Siegespreis verdient. Doch gehe es nicht ums Gewinnen, sondern darum, für das Ziel zusammenzuhelfen: "Sieger sind Kinder und Vereinssportler, die die Halle am Nachmittag nutzen." Am Ende sei es dann aber schnell gegangen, betonte Weigel. Nur 15 Monate nach dem ersten Spatenstich sei die neue Einfachsporthalle bereits nutzbar gewesen. "In der alten Halle, Sport in keinem Falle", skandierten Grundschüler zu Beginn und sangen den "Sportler-Boogie". Zum Schluss tanzten Mädchen und Jungen in bunten Ganzkörperkostümen eine moderne Version des "Karnevals der Tiere". Zudem trug das Jugendblasorchester der Musikschule zwei Stücke bei.

Ansprechende Gestaltung


Der Oberbürgermeister sprach auch die Betonmauer unterhalb des Schulgeländes an, die etliche Bürger in den vergangenen Monaten als zu hoch, zu lang und zu massiv kritisiert hatten. Wie die Planer nannte er die Mauer "Stütz-Terrassen". Allen, die sich noch nicht mit diesen Terrassen Richtung Martin-Luther-Straße anfreunden könnten, versprach das Stadtoberhaupt: "Auch für diesen Bereich ist eine ansprechende Gestaltung geplant." Es entstehe ein neues, filigranes Bushäuschen aus Stahl und Glas, es gebe Edelstahl-Rankgerüste und Begrünungsfelder sowie hochstämmige Laubbäume und Gräser. "Lassen Sie sich also positiv überraschen!", rief Weigel am Montag den geladenen Gästen zu.

Der Oberbürgermeister hob die freundliche Außenfassade der Halle aus hellem Lärchenholz hervor. Unschwer erkennbar seien die drei Hauptbaustoffe Holz, Beton und Glas. "In dieser hellen und modernen Sporthalle fühlt man sich sogar an einem trüben Tag wie heute richtig wohl."

Flexibel nutzbar


Eine Besonderheit konnten die Gäste gleich beim Eintreten bestaunen - die städtische Turnhalle und die neue teilen sich ein Foyer. Bei Veranstaltungen sei es flexibel nutzbar und verbinde die Hallen, erklärte Weigel. Nach der Einweihung wurde die städtische Turnhalle in Stadthalle Marktredwitz umbenannt.

Die Freianlagen würden in den kommenden Monaten ähnlich ansprechend wie die Turnhalle, versprach Weigel. Neue Wege zum Kirchpark seien vorgesehen; das Gelände sei barrierefrei. Im Kirchpark solle außerdem ein generationsübergreifender Inklusions-Spielplatz entstehen, anknüpfend an die neuen Freianlagen der Grundschule.

Kosten und Zeitplan"Die Bauarbeiten verliefen optimal, außerdem sind wir im Zeit- und Kostenrahmen geblieben", freute sich Oberbürgermeister Oliver Weigel bei der Einweihung der Grundschul-Turnhalle in Marktredwitz. Die Kosten für die Halle samt der Freianlagen betragen Weigel zufolge etwa 4,1 Millionen Euro. "Eine Summe, die trotz des großen Engagements der Stadt in Höhe von 1,9 Millionen Euro ohne Förderungen nicht zu stemmen wäre", hob der Oberbürgermeister hervor. Dank des Finanzausgleichsgesetzes erhalte Marktredwitz 1,7 Millionen Euro - für Außenanlagen gebe die Städtebauförderung rund 500 000 Euro. "Das ist wirklich eine gute Investition für Kinder und Sportvereine", betonte Weigel. Schulhöfe und Freianlagen würden voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2017 fertig, stellte der Bürgermeister in Aussicht. Er hoffte auf schönes Wetter, "dann werden diese Arbeiten ebenfalls termingerecht beendet". Die Kinder bekämen unter anderem eine 50-Meter-Laufbahn mit Kunststoffbelag, einen Allwetterplatz sowie gemütliche Sitzgelegenheiten im Pausenhof. (fph)
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