Forstministerium warnt vor Schädling
Borkenkäfer-Alarm

Borkenkäfer sorgen für schwere Schäden im Wald. Archivbild: Steinbacher
Vermischtes BY
Bayern
14.07.2016
48
0

In der Oberpfalz herrscht noch Ruhe, in anderen Teilen Bayerns dagegen bereitet der Borkenkäfer bereits massive Probleme. Auch andere Schädlinge sorgen für Unruhe.

München. Die Lage in den bayerischen Wäldern ist nach Einschätzung des Forstministeriums derzeit "sehr angespannt". Hauptgrund ist der wachsende Schädlingsbefall. Im Agrarausschuss des Landtags sagte der zuständige Ministerialdirigent Georg Windisch, in vielen Fichtenbeständen seien die Fangzahlen in Borkenkäferfallen "besorgniserregend hoch", die Situation sei "alarmierend". Man rechne mit einer hohen Zahl von Schadflächen.

Bezüglich des Borkenkäfers befindet sich die nördliche Oberpfalz gegenwärtig noch in der Warnstufe. Hier sind außer einer Beobachtung der Bestände noch keine weiteren Maßnahmen angezeigt. Dies gilt für beide Käferarten, den "Buchdrucker" und den "Kupferstecher". Die Landkreise Schwandorf und Cham sind dagegen in die Gefährdungsstufe gerutscht. Beim "Kupferstecher" gibt es in Teilen des Landkreises Schwandorf bereits einen akuten Befall von Fichtenbeständen.

Windisch appellierte an alle Waldbesitzer, befallene Bäume ausfindig zu machen und umgehend mindestens 500 Meter aus dem Bestand zu entfernen. Dies sei erforderlich, um angrenzende Waldstücke vor Befall zu schützen. Sollten Waldbesitzer ihrer Verantwortung nicht nachkommen, seien kostenpflichtige Ersatzvornahmen durch die Forstverwaltung oder gar Zwangsgelder möglich. Grundsätzlich wolle man den Waldbesitzern aber nicht als "Forstpolizei" begegnen, sondern als Berater, erklärte Windisch. Die kommenden Wochen würden zeigen, ob man "zu schärferen Mitteln" greifen müsse. Sorgen bereitet zunehmend auch die Kiefer. Vor allem in Nordbayern komme es durch Pilzbefall zum Kieferntriebsterben, berichtete Windisch. Geschwächte Bäume würden dann oft vom Kiefernprachtkäfer befallen. Es sei deshalb mit "deutlich spürbaren Schäden" zu rechnen. Der trockene Sommer 2015 hat laut Windisch auch die Eichen anfällig für Schädlingsbefall gemacht. Weitere Baumschäden hätten ihre Ursache im Klimawandel und dem Einschleppen von Schädlingen. So sorge ein aus Asien stammender Pilz für das in Bayern nahezu flächendeckende Eschentriebsterben. Der Asiatische Laubholzbockkäfer drohe, praktisch alle Laubbaumarten zu befallen. Während man bei der Esche nur langfristig auf die Heranzucht pilzresistenter Bäume setzen könne, bestehe beim Laubholzbockkäfer noch die Hoffnung, ihn vor einer Massenausbreitung auszurotten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.