Freistaat will Ludwig-Donau-Main-Kanal sanieren
Neue Blüte für alten Kanal

Blick auf den Ludwig-Donau-Main-Kanal, auch Alter Kanal genannt, in Schwarzenbach (Mittelfranken). In der Mitte ist das Treidelschiff "Elfriede" zu erkennen. Die Sanierungsarbeiten entlang des historischen Ludwig-Kanals sollen in den nächsten Jahren forciert werden. Archivbild: dpa
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Bayern
04.09.2016
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Einst verband er die Nordsee mit dem Schwarzen Meer - heute ist der alte Ludwig-Kanal vor allem Anziehungspunkt für Radler und Spaziergänger. An vielen Schleusen bröckelt inzwischen der Sandstein. Nun wollen die Behörden den Verfall stoppen.

Nürnberg. Er gilt als eines der längsten Denkmäler Bayerns - inzwischen aber sind vielerorts Schleusen und Brücken des historischen "Ludwig-Donau-Main-Kanals" in die Jahre gekommen. Nun wollen die Behörden die Sanierung der 150 Jahre alten Wasserstraße durch Franken und die Oberpfalz vorantreiben. Südöstlich von Nürnberg würden nach und nach alte Kanalbauwerke behutsam instandgesetzt, berichtete der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, Ulrich Fitzthum, der Deutschen Presse-Agentur.

So werde nach aufwendiger Abstimmung mit Denkmalschützern derzeit die Schleuse 58 in der Nähe von Schwarzenbruck (Kreis Nürnberger Land) samt Brücke saniert. Als eine der wenigen Schleusen auf der einst 130 Kilometer langen Wasserstraße verfügt sie noch über Tore. Diese seien aber mit den Jahren undicht geworden. "Und wenn man schon die alten Eichentore ausbaut, macht es Sinn, auch gleich die alten Schleusenwände zu erneuern", betonte Fitzthum. Bereits zuvor sei die in der Nähe liegende Schleuse 51 saniert worden.

Aufwendige Arbeiten


Die Gesamtkosten für beide Projekte beliefen sich auf rund 600 000 Euro. Denn die Sanierung der Sandsteinwände der Schleusenkammern sei sehr aufwendig. Sie würden vorsichtig gereinigt, Fugen geschlossen, lockere Sandsteine gesichert und beschädigte Steine ersetzt.

Das sei aber voraussichtlich erst der Anfang: "Unser Plan sieht vor, in dem Abschnitt Schleuse für Schleuse zu sanieren." Außerdem prüfe die Behörde derzeit eine Entschlammung des Kanals. "Es gibt Kanal-Abschnitte, da haben wir nur noch eine Wassertiefe von 30 bis 40 Zentimeter", sagt der Behördenchef. Im Winter solle ein kleiner Abschnitt bei Schwarzenbruck probeweise entschlammt werden. Klar sei dagegen inzwischen, dass der Schlamm nicht mit Schadstoffen belastet sei, die Entsorgung daher wohl unproblematisch sei.

Voraussichtlich nächstes Jahr will das Wasserwirtschaftsamt auch Ufermauer und Treidelpfad im sogenannten Dörlbacher Einschnitt sanieren. Dort zwingt ein Hangrutsch in einem der spektakulärsten Abschnitte des Kanals seit Jahren Fußgänger und Radfahrer zu einer Umfahrung des tief eingeschnittenen Kanalabschnitts. Der steile Abhang sei inzwischen gesichert. Nun solle auch der 750 Meter lange Treidelpfad neben dem Kanal wieder hergestellt werden. Voraussichtliche Kosten: 900 000 Euro.

Dauerhafte Lösung


Die immer wieder laut gewordenen Kritik, die Behörden vernachlässigten den Kanal, weist Fitzthum zurück. Sein Amt wisse um die Bedeutung des Kanals. Die Arbeiten daran seien aber sehr sensibel und erforderten intensive Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. Und das habe Zeit gebraucht. "Dafür bieten wir jetzt dauerhafte Lösungen. Die Schleusen, die wir jetzt sanieren, halten viele Jahrzehnte. Alles andere wäre nur ein Herumflicken gewesen."

Mit dem Alten Kanal, wie der "Ludwig-Donau-Main-Kanal" im Volksmund heißt, ließ König Ludwig I. im 19. Jahrhundert die Vision von einer durchgehenden Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer verwirklichen. 1846 wurde sie in Betrieb genommen. Der schmale Kanal überwindet auf seinem Weg von der Donau bei Kelheim zum Main bei Bamberg 187 Höhenmeter. Ihren höchsten Punkt erreicht er bei Neumarkt mit 417 Metern. Zur Überwindung dieses Höhenunterschieds wurden 100 Schleusen errichtet.
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