Gedenkfeiern zum Volkstrauertag
Erinnern bedeutet verstehen

Mit ihrer Fahne marschierte auch die Kameradschaft in Kirchenlaibach zur Gedenkfeier am Mahnmal, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Bild: hai
Vermischtes BY
Bayern
15.11.2016
13
0

Speichersdorf. "Wir brauchen ein Datum wie den Volkstrauertag, um daran erinnert zu werden, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist", betonte zweiter Bürgermeister Rudi Heier. Am Mahnmal des gefallenen und vermissten Haidenaaber-Göppmannsbühler Soldaten gedachten am Sonntag die Soldatenkameradschaften und Reservisten Speichersdorf, Kirchenlaibach, Windischenlaibach, Haidenaab/Göppmannsbühl und Wirbenz mit der Bevölkerung der Toten der beiden Weltkriege und der Krisenherde in aller Welt.

Die Reservistenkameraden stellten an den Mahnmälern Ehrenformationen. Mitglieder des evangelischen und katholischen Kirchenchores sowie der Musikfreunde stimmten ein in Lieder wie "Gott wird Dich tragen" und "Seelig seid ihr" an. Die Teilnehmer der Gedenkfeiern sangen, begleitet von Bläsercorps der Speichersdorfer Musikanten, des evangelischen Posaunenchors und aus Neustadt "Wir sind nur Gast auf Erden" und "Gib uns Frieden jeden Tag". Die Instrumentalensembles ließen das Lied "Ich hat' einen Kameraden", aber auch die Bayern- und Nationalhymne erschallen.

"Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt", meinte Vorsitzender Roland Veigl (Haidenaab-Göppmannsbühl). Stellvertretend gedachten er und seine Amtskollegen Manfred Kauper (Windischenlaibach), Marcus Köppel (Kirchenlaibach), Gernot Hammon (Wirbenz) und Edmund Bruckner (Speichersdorf) der Opfer von Gewalt, den Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräften, die ihr Leben verloren haben.

"Es geht beim Volkstrauertag nicht allein um das Gestern, sondern auch um das Heute und das Morgen", erklärte Heier. Die Schlacht von Verdun stehe für die Sinnlosigkeit des Krieges. Ein Jahrhundert sei seitdem vergangen. Veteranen, die Verdun, Ypern, Tannenberg, die Somme oder andere Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges überlebten, gebe es nicht mehr. Und diejenigen, die von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren berichten können, werden ebenfalls weniger. "Umso wichtiger wird damit auch ein Datum wie der Volkstrauertag, der uns daran erinnert, dass das letzte Kriegsende in Deutschland nur wenige Jahrzehnte zurückliegt." Das werde uns nicht zuletzt durch die Flüchtlinge bewusst, die verzweifelt aus den Kriegsgebieten fliehen. Ihre Berichte "führen uns unsere eigene Vergangenheit neu vor Augen", erklärte Heier. Zwar könnten die Nachgeborenen nur erahnen, wie es sein müsse, Familie und Zuhause zu verlieren. Doch die Erinnerung an die eigene Geschichte bringe die Schrecken des Krieges und das Leid der Flüchtlinge näher.

Unsere Vergangenheit wirke auf einmal weniger fern. "Wer sich so erinnern kann, hat viel von der Botschaft des Volkstrauertages verstanden", sagte der Redner. Zur Erinnerung an die Gefallenen, die Vermissten und der zivilen Opfer legten die Bürgermeister für die Gemeinde Speichersdorf jeweils einen Kranz nieder. Nach Salutschüssen und gesenkten Fahnen, begleitet vom Lied vom "Kameraden", setzten die Bayern- und Nationalhymne einen würdigen Abschluss.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.