Glück im Unglück
US-Kampfjet stürzt in Wald bei Heinersberg

Glück oder Können: "Wenn das Flugzeug 100 Meter weiter hinten abstürzt", sagt Hans Freiberger, Bürgermeister von Prebitz, "dann hätte es eine Katastrophe gegeben." Doch auch ohne Opfer legte das Unglück eine ganze Gegend lahm.
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Bayern
12.08.2015
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"Das Flugzeug hätte sonst wo abstürzen können", sagt Bürgermeister Hans Freiberger im Prebitzer Ortsteil Engelmannsreuth. Weil das US-Kampfflugzeug vom Typ F-16 aber auf einer Schonung zerschellte und sich der Pilot mit Schleudersitz retten konnte, verlief der Unfall glimpflich - der 28-Jährige wurde mit leichten Verletzungen ins Klinikum Bayreuth eingeliefert. Dazu zwei Anwohner mit leichter Rauchvergiftung und neun Feuerwehrmänner mit Kreislaufproblemen wegen der Hitze.

Abwurf der Tanks

Nach Informationen des US-Militärs war das Flugzeug am Dienstagmorgen mit fünf weiteren Maschinen vom Stützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zu einem Übungsflug nach Grafenwöhr aufgebrochen. Der Düsenjet des 480. Kampfgeschwaders hatte das Ziel erreicht und befand sich auf dem Rückweg, als der Pilot Probleme mit der Maschine registrierte und Übungsbomben mit Rauchladung sowie zwei Zusatztanks mit Kerosin abwarf.

Um 9.38 Uhr stürzte der Jet an der Grenze der Landkreise Bayreuth und Neustadt/Waldnaab in ein Waldstück bei Heinersberg (Landkreis Neustadt/Waldnaab). Mögliche Ursache: ein Motorschaden. "Es war keine scharfe Munition an Bord", versichert ein Sprecher der US-Armee.

Die Übungsbombe BDU-33D/B bestehe nach Auskunft des Bundesverteidigungsministeriums aus Metall, verfüge über eine Rauchkartusche, die beim Aufschlag eine Rauchwolke mit rot leuchtendem Feuerstrahl erzeuge. Die Rauchladung enthalte geringe Mengen roten Phosphors, der aber ungiftig sei.

Nach Kompetenzrangeleien - zunächst hieß es, die Absturzstelle liege auf oberfränkischem, dann auf oberpfälzischem Gebiet - sorgte das bayerische Innenministerium für Klarheit und erklärte Oberfranken für zuständig. Feldjäger der US-Streitkräfte sicherten die Unglücksstelle, die nur mit Sicherheitskleidung betreten werden durfte. Fahrzeuge und Personen, die sich dort aufhielten, wurden dekontaminiert. Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sperrten in einem Umkreis von einen Kilometer Straßen und Feldwege.

Vorsicht vor Wrackteilen

"Die Bevölkerung wird gebeten, sich zur eigenen Sicherheit von der Absturzstelle und allen herumliegenden Wrackteilen fern zu halten und die Einsatzkräfte nicht zu behindern", gab Franz Zeilmann, Pressesprecher der US-Armee, den Wunsch der Einsatzkräfte weiter. "Herumliegende, noch nicht gesicherte Wrackteile sind der Polizei zu melden." Die Bergung gestaltet sich schwierigund könne nach Angaben der Polizei noch bis zu vier Tagen dauern. Zwei von sechs Übungsbomben und zwei Tanks wurden gefunden, einer davon beschädigt. "Solange nicht alles gefunden und die hochgiftige Hydraulikflüssigkeit geborgen ist, dürfen auch wir nicht heim", spricht Hans Freiberger im Namen der örtlichen Feuerwehren.(Kommentar und Seite 3)

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Weitere Informationen und Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/f16
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