Hochbegabte müssen keine Klasse überspringen
Erst sachte fördern

Die Zweitklässlern Katharina probiert, wie ein Homopolarmotor funktioniert. In Schüler-Forschungszentren können Kinder in ihrer Freizeit tüfteln. Archivbild: dpa
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Bayern
01.03.2016
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Fürth. Ist ein Kind "zu gut" in der Schule, geraten die Eltern oft in eine Zwickmühle. Soll es ein Schuljahr überspringen oder lieber nicht? "Nicht jedes Kind mit einem IQ von 130 sollte eine Klasse überspringen", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Die Eltern sollten vielmehr gemeinsam mit dem Lehrer genau abwägen, ob es das Richtige für das Kind ist.

"Es kommt auch auf das Selbstbewusstsein an. Gerade weniger reife Kinder können in der höheren Klasse einen sehr schweren Stand haben." Wichtig ist also auch die Entwicklung des Kindes und dass es nicht nur in einem Fach ein Überflieger ist.

Viele Schule regeln es so, dass das Kind erst mal in einem einzelnen Fach den Unterricht in einer höheren Klasse mitmacht. Dann kann es nicht nur testen, ob es schulisch mitkommt - sondern auch, wie es ihm in der Klasse gefällt. "Das Lernumfeld ist entscheidend für den Schulerfolg, das Kind muss sich wohlfühlen", sagt Ritzer-Sachs.

Wenn das Überspringen erst mal nicht infrage kommt, das Kind sich aber beispielsweise in den Mathe-Stunden langweilt, kann man es auch anders fördern. "Dann ist es auf alle Fälle gut, auch daheim Materialien dazu anzubieten oder vielleicht an einem Wettbewerb teilzunehmen", schlägt der Experte vor. So lässt sich eine Begabung fördern - ohne dass das Kind sich klein fühlt oder in den anderen Fächern nicht mehr hinterherkommt.
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