Hochwasserkatastrophe in Simbach
Damm löste Flut mit aus

Dammbrüche und ein verstopftes Rohr haben die Flutkatastrophe in Simbach mit ausgelöst. Bild: dpa
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Bayern
10.06.2016
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Mehrere Menschen starben bei der Flutwelle in Simbach am Inn. Binnen kürzester Zeit war ein Bach auf mehr als fünf Meter angeschwollen. Mitverursacht wurde die Katastrophe durch ein verstopftes Rohr.

Simbach am Inn. Die Flutkatastrophe in Simbach am Inn mit mehreren Toten ist auch durch Dammbrüche und mindestens ein verstopftes Rohr ausgelöst worden. "Sie können aber nicht die alleinige Ursache gewesen sein", sagte Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid (CSU) am Freitag. "Da kommen viele Faktoren zusammen." Es habe am Mittwoch vergangener Woche derart stark geregnet, dass das Unglück nach seiner Einschätzung nicht verhindert werden konnte. "Wenn ein Damm am Simbach auf einer Länge von 75 Metern bricht, reißt das natürlich eine Menge Wasser in den Ort", sagte Schmid. Auch eine Auffahrt zu einem Schulzentrum habe den Wassermassen nicht standgehalten. Derzeit stünden noch die Aufräumarbeiten im Vordergrund. Aber es werde ebenso analysiert, was zu der Katastrophe führte. "Das wird aber noch längere Zeit brauchen", sagte Schmid.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Wassermassen hätten sich an einem mit Baumstücken und Sträuchern verstopften Rohr an diesem Weg zur Schule gestaut, so dass diese damm-artige Konstruktion am Nachmittag des 1. Juni brach. Durch die schweren Regenfälle war der kleine Simbach binnen eines halben Tages von einem halben Meter auf mehr als fünf Meter angeschwollen. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt übertraf der Höhepunkt der Flutwelle schließlich bei weitem jeden jemals zuvor beobachteten Wasserstand. Eine Sprecherin des Landesamtes sprach in der vergangenen Woche deshalb von einem "mehr als 1000-jährlichen Hochwasser".

Verschnaufpause


Unterdessen gönnte das Wetter den Menschen in den Hochwassergebieten eine Verschnaufpause. Nachdem es am Donnerstag in Teilen des Freistaates erneut heftig geregnet hatte, blieb es am Freitag weitgehend trocken. Im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau hatte sich die Hochwasserlage bereits am Donnerstagabend entspannt. Für das Wochenende waren allerdings neue Regenfälle angekündigt.

THW reinigt WasserIm Zuge der Flutkatastrophe in Simbach hat das Technische Hilfswerk (THW) mehr als 2,3 Millionen Liter Trinkwasser aufbereitet. Damit handelt es sich bereits jetzt um den größten Trinkwassereinsatz des THW in Deutschland, wie das Hilfswerk am Freitag in Bonn mitteilte. Das THW betreibt seit mehr als einer Woche zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Mit jeder können bis zu 15 000 Liter Wasser pro Stunde aufbereitet werden. (dpa)
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