Hymne auf den Granit

Friedrich Haubner (rechts), Vorstandmitglied im Historischen Club Marktredwitz, bedankte sich bei Referent Dr. Andreas Peterek (links) für einen kurzweiligen, interessanten Abend rund um Goethe und den vom ihm erforschten Granit. Bild: wro
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Bayern
21.05.2016
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"Feldspat, Quarz und Glimmer - das vergess' ich nimmer." Diese Eselsbrücke kennen die meisten noch aus ihrer Schulzeit, erinnert sie doch an die Zusammensetzung des Granit. Auf Einladung des Historischen Clubs Marktredwitz widmete sich Dr. Andreas Peterek nun diesem markanten Gestein.

Marktredwitz. Granit prägt in Form und Farbe seit Jahrtausenden die hiesige Landschaft. Geheimnisvolle Felsformationen, wie der Hackelstein oder das Katzentrögl im Steinwald, der Nusshardt oder der Waldstein im Fichtelgebirgshufeisen, begeisterten schon immer Wanderer und Geologen. Der Vortrag von Dr. Andreas Peterek war beileibe keine endlose Aneinanderreihung von Namen, Daten und Jahreszahlen. Er widmete sich auch Johann Wolfgang von Goethes Gesteinsforschung. Peterek, Projektleiter in der Koordinierungs- und Geschäftsstelle Geopark Bayern-Böhmen, gestaltete das Referat auch als Hymne auf den Dichter und Naturforscher, vor allem aber auf den Granit selbst.

Auf Goethes Spuren


Ohne große Vorreden machte sich der Projektleiter gemeinsam mit seinen zahlreichen Zuhörern sogleich auf die unzähligen Spuren Goethes, der sich - wie Dr. Peterek an diesem Abend verriet - ganz besonders vom Fichtelgebirge angezogen fühlte. "Die Ziele der Exkursionen waren sehr verschiedenartig", sagte der Referent. Viel Zeit verbrachte Johann Wolfgang von Goethe auch im Harz, in Böhmen, in Süditalien und in den Alpen. Heute noch seien viele Notizen und Zeichnungen seiner Reisen existent, in denen sich Goethe mit Gesteinen, deren Vorkommen und Anordnung im Gebirge sowie Überlegungen zur Entstehung der Erde auseinandersetzte, so Dr. Andreas Peterek. "Das Wissen um das Gestein brachte sich Goethe zum Teil durch Literaturstudien, Beobachtungen vor Ort oder im Austausch mit anderen Wissenschaftlern seiner Zeit selbst bei." Zu seinen Lehrmeistern habe auch der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt gehört.

Petereks 90-minütiger Vortrag vermittelte Begeisterung für den Granit, aber auch für den Naturforscher Goethe, der 1784 über den Granit auch eine dichterische Abhandlung geschrieben habe. "Wer Faust II verstehen möchte, der muss den Naturwissenschaftler Johann Wolfgang von Goethe kennen", sagte der Referent abschließend.
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