Illegales Labor soll Steroide im großen Stil vertrieben haben
Doping für das Bankkonto

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Bayern
19.01.2016
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Traunstein. Sechs Männer müssen sich seit Montag wegen illegalen Dopinghandels vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Die Anklage lautet auf Vergehen gegen das Arzneimittelgesetz. Hauptangeklagter ist ein 45-Jähriger, der zusammen mit seinem Komplizen (36) in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) ein sogenanntes Untergrundlabor betrieben haben soll. Dort stellte das Duo nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft seit 2009 Präparate zum schnelleren Muskelaufbau her.

Laut Anklage überschritten die Dopingmittel die gesetzlich zulässige Menge um mehr als das 27 000-fache. Bei den Präparaten handelte es sich vor allem um anabole androgene Steroide. Die Rohstoffe bezogen die Männer aus dem nichteuropäischen Ausland. Mit dem deutschlandweiten Verkauf der Dopingmittel im Internet sollen die beiden Männer an die 120 000 Euro verdient haben. Die vier Mitangeklagten im Alter zwischen 31 und 59 Jahren sollen als Zwischenhändler fungiert haben. Bei den Vernehmungen hatten die Männer die Vorwürfe weitgehend eingeräumt.

Die 6. Strafkammer bemühte sich nach Verlesung der 113-seitigen Anklageschrift um eine Einigung zwischen Angeklagten und Staatsanwaltschaft. Mit einer Urteilsverkündung wurde aber nicht vor dem Abend gerechnet. Bei einer mündlichen Verhandlung müsste das Gericht 20 Zeugen und vier Sachverständige hören. Die Folge wären mehrere Prozesstage.
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