Innenministerium meldet leichten Rückgang
Crystal-Aufgriffe gehen zurück

"Ich sage: Lieber hasch-high als Legal High." Zitat: SPD-Innenpolitiker Peter Paul Gantzer
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Bayern
23.11.2016
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München/Weiden. Die Crystal-Problematik entlang der Grenze zu Tschechien hat sich etwas entschärft. Nach einem leichten Rückgang der Deliktsfälle im vergangenen Jahr setzt sich dieser Trend heuer spürbar fort. Das berichtete Innenstaatssekretär Gerhard Eck im Innenausschuss des Landtags. Bayernweit gab es 2014 3098 polizeilich registrierte Aufgriffe mit der stark gesundheitsschädlichen Droge, 2015 waren es 2851. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres verzeichnete die Polizei nur mehr 1843 Crystal-Delikte. Auf das Jahr hochgerechnet würde dies einen Rückgang um rund 20 Prozent bedeuten.

Im Gegensatz dazu nimmt die Rauschgiftkriminalität in Bayern insgesamt seit 2011 kontinuierlich zu. "Wenigstens bei Crystal können wir einen kleinen Erfolg verzeichnen", resümierte Eck. Nach wie vor wird die Droge überwiegend im Kleinhandel über die tschechische Grenze nach Bayern gebracht. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes erfolgt der Schmuggel allerdings nicht im Rahmen organisierter Kriminalität.

Neue Vertriebswege


Wie schon in Vorjahren gab es die meisten Aufgriffe im Landkreis Wunsiedel sowie in der Stadt Nürnberg. Überdurchschnittlich viele Fälle werden zudem in den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf sowie in der Stadt Weiden registriert. Auf die Grenzregion zu Tschechien entfallen rund ein Drittel aller bayerischen Fälle. Unverändert blieb in den vergangenen Jahren mit jeweils rund 20 die Zahl der Crystal-Toten. Diese Zahl ist heuer schon nach zehn Monaten erreicht worden. Wie Eck indirekt einräumte, könnte der Rückgang der registrierten Crystal-Fälle aber auch nur Folge neuer Vertriebswege der Schmuggler sein. Nach Erkenntnissen der Polizei gewinnt die Drogenbestellung über das Darknet - einem verschlüsselten Bereich des Internet - mit Postversand immer größere Bedeutung.

Die Ermittler seien bei dieser Vertriebsform "momentan noch ziemlich machtlos", erklärte Eck. Man arbeite aber an Lösungen. Auf alle Fälle werde man in Sachen Crystal den hohen Ermittlungs- und Fahndungsdruck sowie die vielfältigen Präventionsmaßnahmen "unvermindert aufrechterhalten". Die gut laufende Kooperation mit Tschechien soll weiter intensiviert werden. Der SPD-Innenpolitiker Peter Paul Gantzer forderte, harte Drogen wie Crystal weiterhin hart zu bekämpfen. Zudem müsse der Blick verstärkt auf Designerdrogen und so genannte "Legal Highs" gerichtet werden. Diese legal erhältlichen Stoffe seien die neuen Einstiegsdrogen, warnte Gantzer. Um sich darauf konzentrieren zu können, sollte der Cannabis-Konsum entkriminalisiert werden. Es habe weltwit noch keinen bestätigten Cannabis-Toten gegeben. "Ich sage: Lieber hasch-high als Legal High", erklärte Gantzer.

Kaum Fortschritte


Kaum Fortschritte in der Crystal-Bekämpfung sah Joachim Hanisch (Freie Wähler). "Jugendliche in den Grenzregionen erzählen mir immer wieder, dass es kein Problem ist, an Crystal zu kommen", berichtete der Abgeordnete aus Bruck (Kreis Schwandorf.

Ich sage: Lieber hasch-high als Legal High.SPD-Innenpolitiker Peter Paul Gantzer
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