Internationale Gluck-Opern-Festspiele
Oberpfälzer Klangwelt entdecken

Die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca eröffnet die Gluck-Festtage am 16. Juli mit einer Gala in der Meistersingerhalle Nürnberg. Bild: Mark
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Bayern
06.04.2016
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Nürnberg. "Als wir 2005 mit den Festspielen starteten, gab es in den Opernhäusern selten Gluck zu hören. Derzeit kann man 60 Produktionen auf der ganzen Welt erleben", betont Hans-Peter Schmidt. Der Initiator der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele ist sicher, dazu einen kleinen Anteil beigetragen zu haben. Die sechste Auflage, die vom 16. bis 30. Juli zwischen Amberg und Würzburg stattfindet, wartet mit sechs Opern, vier Konzerten, zwei Tanzgastspielen und einem Symposium auf.

Französisch geprägt


Eröffnet werden die Festspiele von der lettischen Mezzosopranistin Elina Garanca. Ihre Gala am 16. Juli in Meistersingerhalle Nürnberg ist überwiegend französisch geprägt. Werke von Massenet, Saint-Saens und Bizet zeigen Christoph Willibald Glucks Wirkungsmacht auf nachfolgende Komponisten und zum Beispiel seinen Anteil an der Entstehung der Grand Opera. Gespannt sein darf man auf den Countertenor Valer Sabadus, der als Orpheus in "Orfeo ed Euridice" am 26. Juli in Erlangen und als Liedsänger mit seinem Barockprogramm "Ridente la calma" am 24. Juli in Ansbach zu erleben ist.

"Zeitkultur/Streitkultur"


Der künstlerische Leiter Christian Baier hat das Festival unter das Motto "Zeitkultur/Streitkultur" gestellt. "Im 18. Jahrhundert kamen die Neugier und die eigene Meinung in die Welt", erklärt er diese Entscheidung und spielt auf den berühmten Pariser Opernstreit in den 1770er und 1780er Jahren an. Ein internationales Symposion erschließt den historischen und ästhetischen Kontext dieser Auseinandersetzungen.

Die Festspiele bieten die wohl einzigartige Möglichkeit, drei verschiedene Iphigenie-Opern von drei Komponisten (Gluck, Piccinni, Cherubini) zu vergleichen. Entstanden und uraufgeführt wurden sie im politisch gärenden Paris der Vorrevolution. Zwei davon wurden noch nie östlich des Rheins gespielt und erleben bei den Gluck-Festspielen am 18. und 23. Juli ihre Deutsche Erstaufführung. Ausschnitte einer vierten "Iphigenie" steuert der geschätzte Tenor Daniel Behle in einem eigens konzipierten Programm bei.

Dass Gluck nicht nur historisch von Bedeutung ist, zeigt die Uraufführung der Jugendoper "T.M.A. - Coming of Age" am 20. Juli im Theater Mummpitz. Im Amberger Stadttheater soll Glucks "Don Juan"-Ballett am 22. Juli durch ein auf Barocktanz spezialisiertes Ensemble wiederbelebt werden. Wolfgang Riedelbauer realisiert dann am 23. Juli mit dem Barockorchester La Banda das "Requiem" von Jean Paul Egide Martini. Diese deutsche Erstaufführung findet in der Wallfahrtskirche Freystadt (Kreis Neumarkt) statt, dem Geburtsort des oberpfälzischen Komponisten Martini, der vor 200 Jahren gestorben ist.

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Weitere Informationen:

www.internationale-gluck-opern-festspiele.de
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