Internet verändert Spendenverhalten - Transparenz entscheidet
Gutes tun und darüber reden

Die "Ice-Bucket-Challenge, für die auch Mark Zuckerberg geworben hat, hat vor allem junge Menschen dazu gebracht, in den Gedbeutel zu greifen. Bild: dpa
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Bayern
10.12.2014
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In der Adventszeit werben gemeinnützige Vereine, Stiftungen und Organisationen verstärkt um das Geld der Spendenwilligen. Die Entscheidung, wem geholfen wird, ist nicht immer einfach. Transparenz über die Organisationen, die Projekte und den Weg des Geldes zählen in der Bevölkerung zu den wichtigsten Faktoren für die Unterstützung. Im Internet sind Spaß und Unterhaltung ein möglicher Weg, für Projekte und Aktionen zu sammeln.

In Deutschland haben die privaten Haushalte im Jahr 2013 nach einer Hochrechnung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) rund 6,3 Milliarden Euro an Geldspenden für gemeinnützige Zwecke geleistet. Dies ist ein Zuwachs um knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012: 6,2 Mrd.).


Die "Ice-Bucket-Challenge, für die auch Mark Zuckerberg geworben hat, hat vor allem junge Menschen dazu gebracht, in den Gedbeutel zu greifen. Bild: dpa

Allein 158 Millionen Euro wurden 2013 für die vom Hochwasser in Deutschland betroffenen Menschen gespendet und weitere 144 Millionen Euro für die Opfer des Taifuns Haiyan auf den Philippinen. Selbst wenn man diese beiden außerordentlichen Spendenkampagnen unberücksichtigt lässt, hat sich das Spendenvolumen in Deutschland innerhalb von zehn Jahren beachtlich um rund eine Milliarde Euro erhöht (2003: 4,9 Mrd.).

Hier eine schnelle Übersicht und Zusammenfassung des Beitrags


  • Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2013 nach Hochrechnungen rund 6,3 Milliarden Euro gespendet.
  • Organisationen erreichen über das Internet jüngere Spender.
  • Freude am Helfen motiviert stärker, als einfach Geld zu geben.
  • Spendenplattformen im Internet bieten eine Übersicht über Organisationen und Projekte.
  • Onlinespender sind jünger und geben im Durchschnitt mehr als Offlinespender.
  • Firmen in der Region stellen sich ihrer "gesellschaftlichen Verantwortung".
  • Spendensiegel und Ranglisten können bei der Auswahl der Projekte helfen.
  • Linksammlung mit Informationen zum Thema.


Helene Fischer macht mit, Bastian Schweinsteiger tut es auch und Politiker aus der Region schließen sich an: Die Ice-Bucket-Challenge. Weitere Organisationen wollen diese Trendwelle erwischen und setzen auf das Internet, um für ihre Aktionen zu werben. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef versucht es mit der "Wake Up Call Challenge". Promis posten Bilder direkt nach dem Aufstehen und spenden für Kinder in Syrien. Bei der Welthungerhilfe ist es die "Lemon Face Challenge". Das YouTube-Comedy-Trio "Y-Titty" fordert auf, vor laufender Kamera eine Zitrone zu essen - und fünf Euro gegen den Hunger zu spenden.



Das Internet wird zur Hoffnung für Spendenorganisationen, die dringend ein jüngeres Publikum mobilisieren wollen. Derzeit ist es überwiegend die Altersgruppe der über 60-Jährigen, die nach Angaben von Spendenrat und dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) höhere Geldbeträge in Deutschland spendet. Diese Menschen haben größere Investitionen bereits getätigt, Kinder brauchen oft keine Finanzspritzen mehr, Haus oder Wohnung sind abbezahlt. «Da ist dann eher Geld für Spenden vorhanden als bei jungen Leuten», sagt die Geschäftsführerin des Spendenrats, Daniela Felser, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Einschätzung des Kölner Fundraising-Experten Michael Urselmann könnte das Internet in einigen Jahren sogar den Brief als wichtigstes Instrument zur Spendensammlung ablösen. Die derzeit wichtigste Zielgruppe im Alter ab etwa 60 Jahren reagiere heute noch am ehesten auf die herkömmliche Ansprache, sagte Urselmann im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Wenn aber die Generation, die mit dem Internet aufgewachsen sei, älter werde, dann würden auch kreative Marketing-Maßnahmen im Internet wie die «Ice Bucket Challenge» an Bedeutung gewinnen.

Doch was animiert Menschen zum Spenden und Helfen? Bei der Hochwasserkatastrophe 2013 in Deutschland oder dem Taifun Haiyan auf den Philippinen haben die Medien nicht nur Not und Elend gezeigt, sondern über die Hilfsaktionen berichtet. «Viele scheinen sich dadurch motiviert gefühlt zu haben», und manche seien sogar «selbst losgefahren, um zu helfen - besonders junge Leute», sagt Felser. Statt Geld gaben sie Zeit. "Wenn nur die Katastrophe gezeigt wird, kann man auch in eine Art Ohnmacht fallen und denken: ,Wo fang ich da nur an?' Das ist eher kontraproduktiv", findet Felser. Die Freude am Helfen zu zeigen, aktiviere viel mehr - wie bei der Ice Bucket Challenge.



Den größten Anteil an Spenden bringt laut dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) immer noch der klassische Werbebrief, der mit dem Überweisungsformular per Post kommt. Laut Spendenrat lag der Anteil schon mal bei einem Drittel der Spendeneinnahmen, heute ist es nur noch gut ein Fünftel. Junge Leute «werfen die Briefe weg», vermutet die Mitbegründerin der Online-Spendenplattform Betterplace, Joana Breidenbach. «Sie unterstützen eher kleinere Initiativen, bei denen man das Gefühl hat, die eigene Spende bewegt tatsächlich was. Sie möchten sehen, wo und wofür ihr Geld eingesetzt wird und was die Spende vor Ort bewegt.»Bei Angeboten wie Betterplace oder Helpdirect können Privatpersonen oder Organisationen gezielt für soziale Projekte werben und via Internet Geld- und Zeitspenden sammeln.

Online-Spender sind jünger und geben mehr



Online-Portale erschließen neue Zielgruppen. Nutzer können Informationen und Organisationen vergleichen und auf Transparenz prüfen. Screenshot: betterplace.org

"Das durchschnittliche Spenderalter bei betterplace.org ist 38 Jahre", berichtet Elisabeth Kippenberg, Sprecherin bei Betterplace, "damit unterscheiden sie sich deutlich von der Gruppe der Offline-Spender." Nicht der einzige Unterschied, wie Elisabeth Kippenberg weiter festgestellt hat. Je nach Untersuchung liegt die durchschnittliche Höhe einer Spende bei rund 70 Euro, im Gegensatz zu den etwa 33 Euro, die per Überweisungsträger bei den Organisationen eingehen. Den Grund dafür sieht die 33-Jährige unter anderem in der Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei den einzelnen Projekten. Spender neigen ihrer Meinung nach dazu, einen Betrag aufzurunden und lieber etwas mehr zu geben. "Wenn eine Impfdosis 35 Euro kostet, hören die Menschen nicht bei 50 Euro auf, sondern verdoppeln lieber den Betrag."



Transparenz der Organisationen, Nachvollziehbarkeit der Geldwege und die Ergebnisse, die mit dem gespendeten Betrag erzielt werden, haben auch auf Betterplace einen hohen Stellenwert für die Spender. Fotos, Videos und regelmäßige Aktualisierungen zu Projekten helfen, sich über Fortschritte beim Erreichten zu informieren. Bei manchen entsteht eine echte Beziehung zwischen dem gegebenen Betrag und dem Ergebnis im Projekt.

Das müssen nicht immer große Hilfsaktionen nach Naturkatastrophen sein. Rund 12.000 Projekte finden sich derzeit auf der Internetseite beim Fundraiser (Spendensammler) Betterplace. Die vermeintlich kleinen Projekte, bei denen es manchmal nur um ein gedecktes Dach für eine Schule oder eine neue Wasserpumpe für ein afrikanisches Dorf geht, sind laut Elisabeth Kippenberg nicht so im Bewusstsein wie die Folgen eines Tsunami oder eines Vulkanausbruchs. Für diese "Initiativen ohne große Bühne" - manchmal als Ergebnis von Erfahrungen der eigenen Urlaubsreise - eignet sich das Internet als Alternative zu Infoständen und Sammelaktionen in Fußgängerzonen.



Die jüngere Generation informiert sich dort, wo sie sowieso unterwegs ist - im Internet. Einige Projekte haben ihre "Sichtbarkeit" sogar erst dadurch erhalten. Menschen teilen ihre Erfahrungen und Erlebnisse und ihr Spendenverhalten. So entsteht Aufmerksamkeit, das Bewertungssystem und die Erfahrungsberichte auf dem Spendenportal schaffen Vertrauen. Für Elisabeth Kippenberg steht fest: "Der Weg der Spenden ändert sich. Die Hilfsbereitschaft bleibt."

Neue Zielgruppen für Hilfsorganisationen



Helpdirect stellt Organisationen eine Plattform zur Verfügung, auf der diese für ihr Anliegen werben können. Screenshot: helpdirct.org

Harald Meurer ist ein Urgestein der Spendenportale im Internet. Schon 1999 ging er mit Helpdirect an den Start. Als Internetspezialist hat er mit seinem Team gemeinnützigen Organisationen eine Plattform geboten, für ihre Anliegen zu werben, Projekte vorzustellen und Geld zu sammeln. "Die Organisationen hatten damals weder eine Internetseite, noch die Technik dazu." Zumindest das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Hilfsorganisationen präsentieren sich mit eigenen Internetseiten und pflegen ihre Netzwerke bei Facebook, Twitter und anderen Plattformen.



Harald Meurer bestätigt die Aussagen von Elisabeth Kippenberg hinsichtlich der Altersstruktur der Spender und der durchschnittlichen Spendenhöhe bei den Internetportalen. Während Meurers Überzeugung nach die ältere Generation gerne und oft an ihnen bekannte und vertraute Organisationen spendet, suchen die Nutzer von Helpdirekt nach anderen Kriterien ihre Projekte. "Die Nutzer sind neugierig. Sie hinterfragen Projekte und Organisationen. Transparenz ist entscheidender Faktor für die Auswahl geworden." Weitere Unterschiede zwischen On- und Offline Spendern gibt es aber Meureres Einschätzung nach kaum. Die Krieg- und Nachkriegsgeneration spendet, weil sie Leid und Not selbst erfahren hat, die jüngeren haben ein "hohes Maß an Empathie, entgegen vieler Vorurteile".


Harald Meurer. Bild: Helpdirect

Ein Aspekt, der für viele Spender immer wichtiger wird, sei die Transparenz. Hier, so berichtet Meurer, bietet das Internet die Möglichkeiten, welche die klassische Postwurfsendung nicht hat: Eine schnelle Recherche über die Organisation und das vorgestellte Projekt. Ein Spendensiegel allein reiche den meisten Spendern nicht mehr aus. Es komme weniger darauf an, wieviel Prozent der Spenden vom Verwaltungsaufwand der Vereine, Verbände oder Organisationen unberührt bleiben, sondern darauf was wirklich am "Point of Disaster" (Ort der Katastrophe) ankomme. Meurer verdeutlicht dies an einem fiktiven Verband. "Stellen wir uns vor: Eine Organisation gibt 99 von 100 Euro an Unterorganisationen. Diese schafft es aber nur 10 Euro zum Empfänger zu bringen. Dann erhalten die Sammler eine tolle Bewertung für ihren geringen 'Verlust', bei den Notleidenden kommt kaum was an."

Spenden als Teil der Unternehmenskultur


Die hohe Spendenbereitschaft der deutschen Privathaushalte begeistert Harald Meurer auch nach Jahren noch. "In den USA ist Solidarität eher ein Fremdwort. Da herrscht manchmal die Meinung vor, dass jeder für sich selber sorgen muss." Dort gilt es allerdings für Firmen als unverzichtbar in sogenannten Charity-Aktionen Geld zu sammeln. Nicht ohne die Werbetrommel für sich selbst zu rühren. "Eine große amerikanische Firma ohne soziales Engagement? Geht gar nicht! Da ist aber auch Show und Marketing dabei."

Schnell und unbürokratisch



Karin Seehofer hat sich schon in allen Landesteilen in Goldenen Büchern verewigt. Ihre Unterschrift in der Stadthalle Neustadt bezeugte jedoch, dass sie mit "Lichtblicke" eine bayernweit einmalige Hilfsaktion einen Abend lang mitbetreut hatte. Darüber freuten sich (stehend, von links) NT-Verlegerin Bärbel Panzer, der frühere Landrat Simon Wittmann, sein Nachfolger Andreas Meier, Sozialministerin Emilia Müller, "Lichtblicke"-Schirmherrin Elisabeth Wittmann und Meiers Frau Jutta.

Für viele Unternehmen in der Region ist Spenden Teil der Unternehmenskultur geworden. Die Neustädter Redaktion der Regionalzeitung "Der neue Tag" rief die Aktion "Lichtblicke" 1994 ins Leben.

Ressortleiter Martin Staffe erkannte, dass es auch in der Region viele verschämte Bedürftige gibt, die eigentlich Hilfe bräuchten, die sie bei den offiziellen Stellen aus irgendwelchen Gründen nicht bekommen. Seine Idee ist es, unter dem Motto "Leser helfen Leser" Bedürftigen in der Region schnell und unbürokratisch zu helfen.

Das Besondere an "Lichtblicke": Kein Cent der Spenden geht verloren. Alle Mitarbeiter von "Lichtblicke" arbeiten ehrenamtlich. In enger Zusammenarbeit mit den Landratsämtern wird jeder einzelne Fall genau geprüft, bevor den Bedürftigen ganz gezielt geholfen wird.

"Lichtblicke" hilft erst dann, wenn andere Quellen ausgeschöpft sind. Immer gilt der Grundsatz: Es gibt kein Bargeld. Unterstützt werden vor allem kinderreiche Familien, allein erziehende Mütter, kranke Kinder, ältere Mitbürger, Behinderte und Unfallopfer. Die Aktion will helfen, dass diese Menschen ihr Leben wieder selbst in den Griff bekommen

"Die Witt-Gruppe sieht es als Teil ihrer Verantwortung sozial schwächere Menschen zu unterstützen", betont Sprecher David Görtz. Dabei sei der persönliche Kontakt zu den Empfängern wichtig - egal ob aus der direkten Nachbarschaft oder aus dem Bundesgebiet. Unterstützung erfahren derzeit unter anderem der "Eine Welt Laden" in Weiden, die Aktion "Ein Baum für Weiden" und der Arbeitskreis Asyl. Mit einer Advenstspeisung in Zusammenarbeit mit dem Verein "Adventslicht Weiden" kocht die Kantine der Witt-Gruppe seit November dreimal wöchentlich für Bedürftige. Der Erlös aus einem Benefizkonzert des Chores "Singing Witt" ging an den Verein "Hoffnung für Menschen" und im März startet ein Fußball-Turnier zugunsten der Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg spendet neben Geld - jährlich rund 80.000 Euro - auch Autos. Zusammen mit den Genossenschaftsbanken im Kreisverband Amberg-Sulzbach beträgt das Spendenvolumen laut Sprecher Thomas Retzer etwa 200.000 Euro. "Transparenz ist uns sehr wichtig. Daher wird dieser Betrag jährlich für jedermann zugänglich veröffentlicht." Für die Bank sei es eine feste Größe, Vereine, Institutionen und Mitglieder des Hauses zu unterstützen. Die Auswahl der Begünstigten erfolgt durch die Geschäftsleitung. Ein "festes Schema" für Empfänger gibt es nicht, berichtet Retzer. Diese werden situativ ausgewählt. "Voraussetzung ist allerdings, dass die Organisation wie etwa der Verein Kunde der Volksbank-Raiffeisenbank Amberg eG ist." Transparenz über die Vergabe der Gelder und Fahrzeuge stellt die Bank mit Veröffentlichungen in der Tagespresse, auf der eigenen Homepage und in den sogenannten Social-Media-Kanälen (beispielsweise Facebook) her. Retzer berichtet weiter:"Bereits seit mehreren Jahren verzichten unsere Mitarbeiter freiwillig auf ihr jährliches Weihnachtsgeschenk, um statt dessen für einen guten Zweck zu spenden." Die Geschäftsleitung stockt den so erzielten Betrag auf, der dann stets einem Verein oder einer Institution aus der Region zugute kommt.

Unterstützung seit vielen Jahren


"Seit mehr als 10 Jahren unterstützt die Familie Conrad über die Klaus-und-Gertrud-Conrad Stiftung regionale Hilfsprojekte und soziale Einrichtungen im In- und Ausland. Nicht nur zur Weihnachtszeit." Unternehmenssprecherin Christina Bauroth betont, dass der Stiftungsbeirat jedes Jahr über Geld- und Sachspenden entscheidet. "Zielgerichtet und nachhaltig." Derzeit unterstützten Familie und Stiftung unter anderem die "Amberger Tafel", die Palliativstation am Klinikum St. Marien in Amberg sowie den Bau des Hospiz in Regensburg. International erhalten beispielsweise ein Waisenhaus für Straßenkinder in Guinea sowie Schulen und Kindergärten in Sri Lanka Hilfe. Besondere "Meilensteine" waren laut Bauroth 2004 die Millionenspende für den Bau der Kinderklinik in Regensburg (KUNO) und 2011 eine Million Euro für den Umbau des ehemaligen Klosters in Hirschau. Dort soll betreutes Wohnen möglich werden. Zusätzlich zu diesen Projekten gibt es die Conrad Sportförderung, die seit Bestehen rund eine Million Euro insbesondere für den Jugend- und Nachwuchsbereich gegeben hat.


Die Amberger Tafel unterstützt Bedürftige mit Lebensmitteln. Bild: Huber (Archiv)

ATU in Weiden hat 2014 rund 200.000 Euro gesammelt und an die Aktion "Ein Herz für Kinder" übergeben. Kunden der Werkstattkette konnten beim Kauf von Reifen entscheiden, ob sie 50 Cent pro Reifen spenden möchten. ATU hat den Betrag auf die Endsumme aufgestockt. Die Ideen für derartige Aktionen kommen im Regelfall aus den einzelnen Fachabteilungen bei ATU. So haben beispielsweise die Lkw-Fahrer den Anstoß gegeben, sich für die Aktion Weihnachtstrucker stark zu machen. Laut Unternehmenssprecher Markus Meißner soll das gesellschaftliche Engagement auch zum Unternehmen passen. "Die Unterstützung von Kindern sowie die Förderung der Verkehrssicherheit hat bei ATU eine lange Tradition." Eine stärkeres Engagement stellt Meißner in Aussicht, sobald "weitere Fortschritte bei der Stärkung der Ertragskraft" erzielt wurden.

Erfahrungen teilenViele Menschen erfahren nach einer Spende Dankbarkeit von den Empfängern, erhalten Briefe mit persönlichen Worten oder Bilder von den Menschen, denen sie geholfen haben. Erzählen Sie uns Ihr schönstes Spendenerlebnis in einer E-Mail an redaktion@oberpfalznetz.de


Siegel, Transparenz und Ranglisten


Für Spiegel Online hat das Unternehmen Phineo, ein Analysehaus für den gemeinnützigen Sektor, viele gemeinnützige Organisationen einem Transparenztest unterzogen. Dazu haben die Analyse-Experten die veröffentlichten Daten der Organisationen ausgewertet und eine Rangliste erstellt. Diese Liste gibt eine Orientierung, Sie zeigt nicht, wie viel Geld bei den Notleidenden ankommt oder wie effektiv diese Organisationen sind. Die Liste wertet die Transparenz der Unternehmen und deren Zahlen. Auch Organisationen auf den hinteren Plätzen können sehr viel Gutes in Katastrophengebiete oder zu Bedürftigen bringen. Sie informieren allerdings spärlich oder wenig über Aktionen und deren Wirkung oder über Strategien im Kampf gegen die Not.

Phineo hat für seine Rangliste ausschließlich gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Deutschland unter die Lupe genommen. Der Hauptaugenmerk bei der Bewertung lag darauf, wie gut diese unter anderem über Strategien, einzelne Aktionen, eingesetzte Finanzen und die erzielten Veränderungen am Einsatzort berichten. Aus einer Punktevergabe für die jeweiligen Teilbereiche ergab sich eine Sternebewertung. Sie reicht von 5 Sternen (herausragend) als bestes Ergebnis bis zu 0 Sterne (unzureichend)als schlechteste Bewertung.

Einige wenige Organisationen hebt Spiegel Online aufgrund der Phineo-Analyse besonders hervor. Vorbildlich gelten damit in Sachen Transparenz die Deutsche Krebshilfe, der Naturschutzbund in Deutschland (NABU), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der WWF Deutschland, Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen", die Stiftung RTL "Wir helfen Kindern", Ärzte ohne Grenzen, Plan International Deutschland und World Vision.



Auch die Stiftung Warentest hat Organisationen unter die Lupe genommen. Zusammen mit dem Deutschen Zentralinstitut standen 44 Organisationen aus den Bereichen Tier-, Natur- und Artenschutz sowie Umwelt- und Klimaschutz auf dem Prüfstand. Dazu haben die Tester unter anderem die Satzungen, Geschäft- und Jahresberichte ausgewertet. Bilanz: Sechs der Organisationen "arbeiten wirtschaftlich, sind transparent und solide".

Wirtschaftlich arbeitet eine Spendenorganisation nach Auffassung der Stiftung Warentest, wenn sie für Verwaltung und Werbung höchstens 35 Prozent der Ausgaben eines Jahres einsetzt. Diese Grenze halten im Test 20 Spendenorganisationen ein. Seriöse Spendenorganisationen, so beschreibt Stiftung Warentest, veröffentlichen unter anderem die Namen aller Mitglieder der Aufsichtsgremien. Im Jahresbericht ist ausführlich beschrieben, was mit dem gesammelten Geld passiert. In der Spitzengruppe bei der Stiftung Warentest finden sich unter anderem der BUND, die Umweltstiftung WWF sowie die Organisation Atmosfair.

Das ausführliche Ergebnis des Checks hat Stiftung Warentest veröffentlicht.

Linktipps:


Infos zum Thema:

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen rät von einigen Organisationen ab
DZI zu Transparenz und Kontrolle
DZI kann einige Organisationen nicht einschätzen
Spenderberatung gibt Tipps
Spendenauskünfte und Information beim DZI
Datenbanksuche nach Organisationen und Themenbereichen
Spendentipps bei Phineo
Tipps und Ratgeber
Das Finanzamt Weiden zum Thema "Spenden"


Infos zum Spendensiegel:

DZI zum Spenden-Siegel
Thema "Spendensiegel" bei Wikipedia
Das europäische Spendensiegel
Das Wirkt-Siegel bei Phineo

Online-Portale und mehr

Betterplace
Shopprops
Planet Help
HelpDirect
Wie das Internet die Arbeit von Nichtregierungsorganisation (NGO) verändert