Jäger kritisieren hochindustrielle Landwirtschaft
Lebensraum für Wild

Jürgen Vocke. Archivbild: Hartl
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Bayern
02.11.2016
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Feldkirchen. Mehr artgerechten Lebensraum für Wildtiere hat der bayerische Jagdverband (BJV) gefordert. Die hochindustrielle Landwirtschaft und dicht besiedelte Gebiete zerstörten immer mehr den Lebensraum der Wildtiere, sagte Verbandspräsident Jürgen Vocke. Er kritisierte, dass Blumen und Getreide auf den Feldern zunehmend bis an die Straßen gepflanzt werden. Denn: "Für Wildtiere attraktive Straßenränder sind tödlich für Rehe und Hasen." Auch die riesigen Agrarmaschinen bereiten Vocke Sorge. "Rehkitze und Hasen lernen, sich bei Gefahr zu ducken. Sie hoffen, so nicht gesehen zu werden, und werden dann von den Maschinen erwischt." Bei Hasen und Fasanen etwa habe es dramatische Einbrüche gegeben. "Es wäre gut, wenn in die Maschinen Warnsysteme eingebaut würden", sagte Vocke.

Auch in den Bergwälder geht der Wildbestand laut BJV zurück. "Seit etwa zehn Jahren lautet das Motto: Wald vor Wild. Dabei wollen die Touristen nicht nur Bäume sehen, sondern auch Tiere in freier Wildbahn", ist Vocke überzeugt. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hatte Ende Oktober ein Forschungsvorhaben gestartet, das die Bejagung von Rehen, Hirschen und Gämsen in den Bergwäldern optimieren soll. Es soll dazu beitragen, den Bergwald dauerhaft auch als Lebensraum zu erhalten. Weil aber zu viel Wild die Verjüngung der Wälder gefährde, seien passgenaue und effiziente Bejagungskonzepte notwendig. Der Minister erwartet sich davon auch eine Versachlichung der Diskussionen über zu hohe oder zu niedrige Abschusszahlen.
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