Josef Aniol feiert 80. Geburtstag
25 Anträge für ein neues Leben

Josef Aniol (Dritter von rechts, mit Ehefrau Rotraud) blickt auf einen bewegtes, aber nicht immer einfaches Leben zurück. Zum 80. Geburtstag gratulierte unter anderem Bürgermeister Manfred Porsch (Zweiter von links). Bild: hia
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Bayern
08.07.2016
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Speichersdorf. Wenn Josef Aniol von seinem Leben erzählt, gehören die Zeit in Oberschlesien, der Kampf um die Ausreise aus Polen und der Neuanfang in Deutschland dazu. Am Dienstag feierte er in seiner dritten Heimat, der Gemeinde Speichersdorf, 80. Geburtstag.

Als Zweitältester von vier Kindern von Josef und Anna Aniol kam er am 5. Juli 1936 im oberschlesischen Starrenheim, Bezirk Gleiwitz, zur Welt. Mit seiner Familie lebte er auf dem landwirtschaftlichen Hof der Tante. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Schlosserlehre, der sich die Meisterprüfung anschloss. Der Vater war 1939 eingezogen worden und kam erst 1949 aus der Gefangenschaft zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen, war die Familie bei Kriegende nicht auf der Flucht. "Alles war fertig zum Abtransport nach Westen [...] Mit einem Lastwagen sollten wir zum Bahnhof gebracht werden - nur der kam nicht. So sind wir auf dem Hof geblieben", erinnert sich der Jubilar. Da zunehmender Herrschaft der Kommunisten die Schikanen an Deutschen zunahmen, stellte die Familie 25 Ausreiseanträge. 24 Absagen haben sie bekommen, erzählt Ehefrau Rotraud. Erst 1976 konnte sie aussiedeln.

In den 1950er Jahren hatte Josef Aniol seine Frau Rotraud kennengelernt. Sie war gegen Kriegsende aus dem Hannover zu Verwandten nach Gleiwitz geflohen. 1960 gaben sie sich standesamtlich und kirchlich das Jawort. 1962 kam Sohn Waldemar zur Welt. 14 Jahre später ging es mit dem Zug Richtung Friedland und drei Tage später weiter nach Würzburg. Hier fand der Jubilar Arbeit bis zum Ruhestand 1996, zunächst für ein Jahr in einem Stahlbaubetrieb und dann als Betriebsschlosser in einer Fettschmelzfabrik für Lebensmittel. Nach 31 Jahren in der fränkischen Bistumsstadt folgten Josef und Rotraud Aniol Sohn Waldemar und Schwiegertochter Elke nach Speichersdorf. Den Schritt haben beide nie bereut.

Oft besuchen sie Musicals und ihre Enkel Jonas (25) in Freising und Julia (22) in Würzburg. Neben Bürgermeister Manfred Porsch gratulierten Ernst Spieß und Margit Kaiser von der FGV- und VdK-Ortsgruppe.
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