Kabarettist Werner Meier besingt seinen Kampf mit dem digitalen Fortschritt
„Ohne App bist a Depp“

Ohne Smartphone geht scheinbar gar nichts mehr. Im Gegensatz zu einer S-Bahn-Fahrt in München hatte Werner Meier (links) sein Handy auch zum Auftritt in der Tauritzmühle mitgebracht. Bild: br
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Bayern
28.11.2016
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Speichersdorf. Zum zweiten Mal gastierte "Bayerns besten Meier" beim Fichtelgebirgsverein (FGV) im großen Keller der Tauritzmühle. Dabei präsentierte der 63-jährige Kabarettist, Liedermacher und Autor Werner Meier sein Solo-Programm "...apps geht imma!". Beim heiteren-spöttischen Liederabend nahm er sein begeistertes Publikum mit auf eine Reise durch die virtuelle Welt.

Gastgeber dieses Kabarettabends war erneut das FGV-Team "Kultur in der Mühle" mit Rainer Prischenk an der Spitze. Rund 140 Besucher füllten den Keller, der mit Apps-Symbolen entsprechend dekoriert war. Dem Multitalent aus dem oberbayerischen Ottenhofen im Landkreis Mühldorf am Inn gelang es mit Gitarre und wunderbar verqueren Liedern und Texten, sein Publikum bestens zu unterhalten. Mit treffsicherem Wortwitz und hinterlistigem Humor rettete der Kabarettist sein Publikum gekonnt vor dem Untergang im virtuellen Meer der unendlichen Möglichkeiten und strapazierte zudem kräftig die Lachmuskeln.

Bei "I hob mei Handy vergessen" musste er bei einer Fahrt mit der Münchner S-Bahn feststellen, "es steckt zu Hause in der Steckdosen und in der Ladestation steckt mein ganzes Hirn". Mit "Er hat sei Handy vergessen" wurde das Publikum zum S-Bahn-Chor. In dem rund zweieinhalbstündigen Kabarettabend zeigte sich: "Hast ka App, bist a Depp".

Humorvoll erklärte Meier die Bedeutung von Apps und deren Funktion, so auch für einen betrunkenen Oktoberfestbesucher auf der Toilette. Bei seinen wunderbar verqueren Liedern ging es auch um einen in seine Haushälterin verliebten Pfarrer, "doch wird's eahm klar und immer klarer, er is a verliebter Pfarrer", wozu das begeisterte Publikum zum Mitsingen aufgefordert war. Gekonnt und eindrucksvoll verdeutlichte er die Bedeutung des menschlichen Daumens, nicht nur um SMS zu schreiben, sondern anhand eines afrikanischen Daumenklaviers, dem er gekonnt Töne entlockte.

Nicht unerwähnt blieb die Problematik mit dem "Facebuckel", wobei Meier auf den schwierigen Prozess vom Neandertaler bis zum aufrechten Gang des Menschen verwies.

Aus einer seiner Kinder-CDs trug er das Lied "Wann kriegstn scho amoi an Radiergummi gschenkt?" vor und erntete dafür ebenfalls großen Applaus wie für die musikalische Reise zur Ü-70-Party. Die oberfränkische Spezialität, eine Adventsbratwurst vom Grill in einer Holzofensemmel sowie ein Craftbeer, mit der sich Meier in der Pause stärkte, hatte der Kabarettist auch nötig, denn der langanhaltende Beifall am Ende forderte Zugaben. Darin wies der 63-Jährige darauf hin, dass durch das Smartphone das Schunkeln in Vergessenheit geraten sei. Beim "Brotbröselsong" bewies ihm das Publikum aber das Gegenteil.
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