Katholiken aus Kirchenlaibach und Mockersdorf feiern erstmals gemeinsam Osterfest
Sanierung sorgt für Premiere

Zwölf Christen wusch Pfarrer Sven Grillmeier am Gründonnerstag zum Auftakt der Osterfeierlichkeiten die Füße. Bild: hia
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Bayern
29.03.2016
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Kirchenlaibach. Gelbe Osterglocken und Schleifendeko, grüner Ginster und Buchs dominierten zehn Tage lang die Dreifaltigkeitskirche. Zu den Feierlichkeiten des Leidens, zum Sterben und zur Auferstehung Jesu Christi hatten Angelika Walter, Maria Kohl, Irene Fraunholz, Elisabeth Kopp und Renate Würfel mächtige Blumenpyramiden, Altar- und Sitzbankgestecke sowie Kränze für die Kreuzwegstationen im Kirchenschiff sowie in der Kapelle gebunden.

Nachdem die Michaelskirche in Mockersdorf wegen Sanierungsarbeiten bis Weihnachten geschlossen ist, feierten die Katholiken beider Pfarrgemeinden erstmals die Karwoche und das Osterfest gemeinsam in der Dreifaltigkeitskirche. Was am Gründonnerstag mit der Fußwaschung beim Abendmahlsgottesdienst begann, endet heute am Ostermontag mit der Feier zum Emmausgang.

Zum Auftakt des Triduums wusch Pfarrer Sven Grillmeier zwölf Christen aus beiden Pfarrgemeinden die Füße. "Jesus Christus ist sich dafür nicht zu schade gewesen und hat uns damit ein Zeichen für seine übergroße Liebe zu den Menschen gegeben." Es sei die Aufgabe eines jeden, dort, wo er könne, die Welt ein bisschen besser zu machen und die Liebe zu den Menschen zu bringen.

Nach dem Gloria verstummten die Glocken. An ihre Stelle traten Ratschen und Klappen. Beim letzten Abendmahl empfingen die Gläubigen die Kommunion in beiderlei Gestalten. Bis eine Stunde nach Mitternacht war in der Taufkapelle die ewige Anbetung und Ölbergwache unter Federführung von Frauenbund, KAB und Pfadfinder. Nach der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu am Karfreitag mit anschließender Anbetung am heiligen Grab sowie der Trauermette am Samstagmorgen entzündete Nobert Kaufmann vor Sonnenaufgang in der Lichtfeier vor der Pfarrkirche die Osterkerze. Wie Grillmeier in seiner Predigt betonte, habe Jesus im Kreuzestod die Verletzlichkeit und Verwundbarkeit des Menschen bis in den Tod angenommen. So zeige Ostern, dass jeder Mensch Schwächen habe und haben dürfe. Wenn der Mensch diese annehme, werde er daran wachsen.

Der Kirchenchor unter Leitung von Alfred Malzer sowie die Schola mit Gabi Fees, Julia Bäß, Franz und Josef Kohl gestalteten mit Kirchenmusik die österlichen Tage. So erklangen am Gründonnerstag das Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der Herz-Jesu-Messe von August Löhle (1852 bis 1919), das Gloria aus der Missa Dominicalis No. 3 von Josef Gruber (1855 bis 1933) und das "Ubi caritas et amor" von der Gemeinschaft von Taizé zur Fußwaschung. Am Karfreitag war "O du mein Volk, was tat ich dir" von Markus Fidelis Jäck (1768 bis 1845) nach einer Kölner Melodie von 1844 sowie verschiedene Hymnen zur Verehrung des Heiligen Kreuzes gesungen. In der Osternacht trugen Chor und Schola die Missa brevis in honorem Sancti Godefridi von Richard Burzysnki sowie das "Haec dies" von Caspar Ett (1788 bis 1847) zur Gabenbereitung vor.

Nach der Auferstehungsfeier gab es für die Gläubigen aus den Händen des Geistlichen, von Pastoralreferent Robert Schultes und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Thomas Horn Osterbrote. Anschließend traf sich die Pfarrgemeinde zum Osterfrühstück im Pfarrheim.
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