Katholischer Burschenverein feiert 120-jähriges Bestehen
"Im Glauben stark, in der Heimat treu"

Anlässlich des 80jährigen Bestehens des Burschenvereins feierte die Truppe ihr Gründungsjubiläums 1976 mit vielen Festdamen. Repro: gis
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Bayern
02.06.2016
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Mehlmeisel/Unterlind. Wer in der Vereinschronik blättert, erkennt schnell das ständige Auf und Ab des Katholischen Burschenvereins, der allen Anfeindungen, Rückschlägen und Verboten zum Trotz 120 Jahre überdauerte und am Wochenende voller Stolz mit großem Programm seinen runden Geburtstag feiert.

Dem neuen Zeitgeist war es zu verdanken, dass 1896 in Unterlind ein Burschenverein gegründet wurde und sich damit etwas gänzlich Neues in die damals sehr konservative Dorfkultur gedrängt hat. Zum Militär hatte die Vereinigung damals eine ganz besondere Beziehung. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs war in der Gemeinde mit Begeisterung aufgenommen worden.

Alle 27 Mitglieder mussten einrücken und mit den Überlebenden veranstaltete man am 29. Dezember 1918 eine "Feier der Heimkehr unserer Krieger". In den 20er Jahren waren der Pfingstausflug zum Jugendtreffen auf der Luisenburg und der alte Brauch des "Umspieln am Kirwa-Montag" Aktivitäten, die im Protokollbuch niedergeschrieben sind. Zu letzterem hieß es hier auch: "31 Mass Bier wurden gesoffen und nicht bezahlt." Worauf die Burschen 744 Mark aus der Vereinskasse berappen mussten .

Denn eine Mass kostete als Vorbote der Inflation 24 Mark. In dieser Zeit versuchte Mehlmeisels Pfarrer Gustav Rusch eine Sportjugend aus dem Verein heranzuziehen und verwirklichte seine Idee, als er 1927 den "Sportclub Unterlind" gründete. Nach der Machtergreifung der NSDP war der Burschenverein bald zu einer "sinnlosen Nebenerscheinung" angesichts des "NS-Jungsvolks" und der "Hitlerjugend" geworden und wurde 1934 offiziell aufgelöst.

1949 wurde der Verein wiedergegründet mit dem Zweck, "Religiösität und sittliches Benehmen zu fördern". 1954 erhielten die Burschen neue Jacken, die Mitglied Oswald Ehlich selbst genäht hatte. Seit 1955 heißt die Vereinigung auf Initiative von Pfarrer German Vollath offiziell "Katholischer Burschenverein". Die Vereinsfahne mit dem Wahlspruch "Im Glauben stark, der Heimat treu" wurde 1956 geweiht.

1972 formierte sich eine völlig neue junge Vereinsführung, die voller Idealismus weiterarbeitete, motiviert durch die verstärkte Bindung an den Präses und die Pfarrgemeinde. Längst geht die Vereinsführung neue Wege, neue Uniformen haben das alte Erscheinungsbild verdrängt, aber noch immer und auch künftig ist der Katholische Burschenverein mit dem Brauchtum verbunden, mit der Tradition des Hammricher Frauentags, der abwechselnd von den drei Unterlinder Vereinen ausgerichtet wird.

Vorsitzender ist Marco Ehlich, Ehrenvorsitzender Franz Lautenbacher.

FestprogrammSamstag, 4. Juni : Bayerischer Abend mit der "Gipfel Gaudi", Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr. Sonntag, 5. Juni : 6 Uhr Weckruf, 8.50 Uhr Abmarsch Kirchenzug Festhalle, 9 Uhr Festgottesdienst am Hammerkirchl, 10 Uhr Frühschoppen mit den Original Fichtelgebirgsmusikanten, 13.30 Uhr Aufstellen zum Festzug, 14 Uhr Großer Festzug durch Mehlmeisel mit anschließendem Fahneneinzug in die Festhalle Unterlind, 15 Uhr: Festbetrieb mit den "Stoapfälzer Spitzbuam" und vielen Aktivitäten wie Maßkrug-Stemmen der Vereine.

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Weitere Informationen:

www.kbv-unterlind.de
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