Klassisch rassig

Die Mehlmeiseler Dorfkomödie steht wieder auf der Bühne, um ihr Publikum zu begeistern. Bild: gis
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Bayern
05.11.2016
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Nein - die rassige Schönheit ist keine "Welsche" wie in den "Widerspenstigen" von Ludwig Anzengruber angenommen. Bei der Mehlmeiseler Dorfkomödie kommt die Gute nämlich aus "Nogl":

Mehlmeisel. Der immer wieder eingestreute Lokalkolorit und die "Miameissler Sprouch" sind das Sahnehäubchen auf dem ländlichen Stück, das derzeit in der Turnhalle aufgeführt wird: Ein üppiges Ereignis für Augen und Ohren, vollgepackt mit köstlicher Komik, trockenem Humor, Musik und wildem Tumult, wie man es besser nicht machen kann. Das liegt wohl an den "alten Hasen", seit Jahren mit viel Herzblut, enormer Spielfreude, Können und Talent dabei, aber auch an den Neulingen, die von ihnen viel gelernt haben und mittlerweile auch selbst starkes eigenes Profil mitbringen.

Stolz und stark


Die Handlung - mit Paraderollen besetzt - ist schnell erzählt: Die stolze Ev (Carmen Köstler) und der starke Pankraz,(Franz-Julian Pscherer), die trutzige Liesl (Johanna König) und der Wegmacher Martin (Marco Ehlich), die Wirtshanni (Manuela Ehlich) und der Forstgehilfe (Martin Schinner) - sie können zueinander nicht kommen, denn die Widerspenstigkeit der Mädchen und der Dorfklatsch sind groß. Und schließlich weiß keiner mehr, was er vom anderen halten soll - bis sich alles in einem mitreißenden "Läuterungsvor gang" löst.

Doch bis es soweit ist, wird in der Gaststube zur "Goldenen Geiß" Kirchweih gefeiert, mit Tanz und Musik und viel süßem Wein, schmieden der Wirt (Harald Prokisch), der verschlagene Rasauner (Josef Wiche), der bauernschlaue Lipp (Stefan Ehlich) und der Pfeifen rauchende Ägidi (Franz-Josef Pscherer) Intrigen, lästern über Moidla, "döi d'Schöiheit niat grod plaugt haout", und "a Goschn hom, woi a Schwert", wird handfest gerauft, dass Tische und Stühle fliegen und die Zuschauer in den ersten Reihen spontan die Köpfe einziehen. Musik machen Dagmar Seidl, Valentin Pscherer und Peter Hienert. Gstanzl und Couplets sind zusätzliche Farbtupfer. "Party Planet" (Benny Müller) kümmert sich um den Ton und die passenden Lichteffekte, lässt pünktlich den Mond runter, die Sonne aufgehen und den Gockel krähen.

Das Mobilar samt Berghütte ist von Joachim Jungnickl hand- und maßgearbeitet, das schmiedeeiserne Wirtshausschild von Tobias Kuhbandner, die Malerarbeit von Reinhard Hansel. Souffleuse ist Birgit Dumler. Und wie immer hat Petra Köstler die Fäden in der Hand, weiß, welche Rolle zu wem passt, gestaltet die Masken, hat nicht nur geniale bis ins kleinste Detail gehende Ausstattungsideen, sondern führt auch meisterhaft Regie in dem Stück mit elf Hauptdarstellern, sowie zehn Kirwamoidln und -boum.

TermineWeitere Aufführungen sind noch am heutigen Samstag, 5. November, um 19 Uhr, am Sonntag, 6. November, um 18 Uhr, am Freitag, 11. November, um 19 Uhr, am Samstag, 12. November, um 19 Uhr und am Sonntag, 13. November, um 18 Uhr. Der Kartenvorverkauf läuft bei Gabi Ehlich, Mehlmeisel, Hauptstraße 12, Telefonnummer 09272/300 ab 18 Uhr. (gis)
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