Klinikum Fichtelgebirge investiert in Hightech-Ausstattung
Operieren mit 3-D-Technik

Chefarzt Dr. Hermann Klaue, Leitender Oberarzt Dr. Alexander Kugler und OP-Leiter Uwe Voit (von links) präsentieren nicht ohne Stolz das neue 3-D-Laparoskopie-System. Bild: privat
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Bayern
29.01.2016
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Die Operationsteams der chirurgisch arbeitenden Abteilungen am Klinikum (Urologie, Chirurgie und Gynäkologie) freuen sich über die Anschaffung eines 3-D-Laparoskopie-Systems, das das Operieren unter dreidimensionaler Sicht ermöglicht.

Marktredwitz. Chefarzt Dr. Hermann Klaue erläutert: "Die sogenannte "Schlüssellochchirurgie", wie laparoskopische Eingriffe auch genannt werden, ist nicht neu. Dabei verzichtet man auf eine Eröffnung der Bauchhöhle und operiert mit Hilfe einer Stabkamera und spezieller Instrumente ,minimal-invasiv': Der Patient erholt sich von den kleinen Schnitten durch die Bauchdecke wesentlich schneller als nach einer herkömmlichen Operation."

Die dafür nötige "Ausleuchtung" des Bauchraums sei bisher zweidimensional erfolgt, das bedeutete für den Operateur, sich die Tiefe des Operationsgebiets quasi "hinzuzudenken". Ganz neue Maßstäbe setze nun die digitale Full-HD-Kamera des neuen 3-D-Operationssystems. Die Darstellung des Bauchraums auf dem Bildschirm sei äußerst realistisch und bilde die Strukturen des Körperinneren so präzise und plastisch ab, wie es bisher noch nicht möglich gewesen sei. "Im Prinzip ist es, als würden Sie sich einen Kinofilm in 3-D anschauen." Und ähnlich wie in einem solchen Kinofilm müssen die Operateure spezielle Polarisationsbrillen tragen, die dem menschlichen Auge den dreidimensionalen Gesamtblick ermöglichen. Die Arbeit des Chirurgen werde also noch präziser, die Eingriffe noch kürzer. Auch für die Ausbildung junger Ärzte sei das neue System Gold wert. Die überragende Technologie gewährleiste eine optimale Hand-Augen-Koordination und erleichtere gerade bei schwierigen und längeren Eingriffen die Konzentration des Operateurs auf hohem Niveau, ergänzt Dr. Alexander Kugler, Leitender Oberarzt der Urologie und des Prostatazentrums Hochfranken-Fichtelgebirge. Er verweist auf eine Feststellung der Medizinischen Universität Wien, die das "Endoscopic Aesculap Einstein Vision 3D"-System als exzellente Alternative zum weitaus kostspieligeren roboterassistierten "Da Vinci-Operationssystem" bezeichnet. Die Investitionskosten von rund 100 000 Euro für das neue System seien durch die erhöhte Patientensicherheit und deutlich verkürzte OP-Zeiten mehr als gerechtfertigt, sind sich die Operationsteams des Klinikums Fichtelgebirge einig.
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