Kommentar zum Volksmusik-Aus auf Bayern 1
Der letzte Landler

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Bayern
02.02.2016
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Der Trend zu glatt gebügelten Rundfunksendern ist nicht neu. "Formatradio" lautet das Zauberwort. Die Unterschiede sind minimal, die einen bringen das Wetter vor den Nachrichten, die anderen die Werbung vor dem Verkehrsfunk. Oder umgekehrt. Dazwischen der beste Musikmix.

Es gibt kaum Sendungen, die aus dem Rahmen fallen. "Mensch, Otto" auf Bayern 3 gehört dazu, die famose tägliche Talkshow mit dem Weidener Thorsten Otto. Oder die Country-Sendung am Samstagabend auf Radio Ramasuri.

Bayern 1 hat sich das Motto "Das Beste aus den 70ern und 80ern" verpasst. Schon das stimmt eigentlich auch nicht so ganz, weil ein paar Ur-Oldies und neue Songs eine größere Bandbreite erzeugen sollen. Aber zumindest Volksmusik passt da so gar nicht mehr ins Schema. Das Ende der Nische zwischen 19 und 20 Uhr ist nur konsequent.

Für viele ältere Hörer geht damit ein Stück musikalische Heimat verloren. Klar, die heute 60- oder 70-Jährigen sind auch schon mit dem Rock 'n' Roll groß geworden. Aber ob sich die Senioren schnell in die digitalen Ausweichkanäle leiten lassen, darf bezweifelt werden. Bayern 1 beerdigt ein Stück Tradition. Wenn nun als nächstes auch noch das Betthupferl gestrichen wird, ist allerdings Schluss mit lustig.

frank.werner@derneuetag.de

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