Kreisjugendring kritisiert Pläne für Satzungsänderung
Reform am Ziel vorbei

"Er war ein Querdenker und autodidaktischer Praktiker par excellence!" Mit einer eigens angefertigten Kuchenkreation dankte Kreisjugendring-Chef Porsch (rechts) Jürgen Spessert aus Löhlitz für zwölf Jahre Vorstandsarbeit. Bild: hia
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Bayern
13.04.2016
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Speichersdorf/Bayreuth. Zum einen einmütiger Widerstand, zum anderen uneingeschränkte Unterstützung - Geschlossenheit demonstrierte der Kreisjugendring in seiner Frühjahrsvollversammlung bei zwei zukunftsträchtigen Themen: Satzungsreform-Prozess des Bayerischen Jugendrings und Ersatzneubau der Jugendstätte Haidenaab.

Seit Ende 2015 liefen auf Ebene des Bayerischen Jugendrings Überlegungen, sich eine neue Satzung zu geben, informierte Kreisvorsitzender Christian Porsch. Geplant seien Veränderungen zulasten der Kreisjugendringe vor Ort. Es drohe ein größerer Zentralismus. Die geplante Reform sei weder vom Bayerischen Kreisjugendring noch von den angeschlossenen Landesverbänden zu den Mitgliedern auf Kreisebene getragen worden, kritisierte Porsch.

Geplant sei, das Alter und das Stimmrecht von Delegierten zu beschränken. Porsch erteilte solchen Überlegungen eine klare Absage. "Warum sollen 40- bis 50-Jährige nicht über Jugendarbeit mit entscheiden können?" Auch eine Änderung der Sammelvertretung von gleichgelagerten Jugendorganisationen sei angestrebt.

Es sei ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, die Arbeit der Gremien von Kreisjugendringen, angefangen vom "Unternehmen" Kreisjugendring München mit 250 Hauptamtlichen bis zum Kreisjugendring Coburg mit gerade mal einer halben Stelle, in einer Satzung abzubilden, meinte Porsch. Auf dem Land werde ganz anders gearbeitet als in der Großstadt. Nur die jeweiligen Landesverbände könnten hier gegensteuern. Die Gemeinschaft der Kreisjugendringe habe nur vier Stimmen.

In einem Brandbrief seien dem Landesvorsitzenden die Bedenken bereits vorgetragen worden. Porsch bat die Delegierten auch, sich eingehend mit den Reformversuchen zu beschäftigten und die Bedenken in ihren Verbänden nach oben zu tragen.

Mit einem einstimmigen Votum sandten die Delegierten auch in Sachen Modernisierung Jugendstätte Haidenaab ein eindeutiges Signal an den Bayerischen Jugendring nach München. Hier stehen 30 Prozent Förderung für das 2,5 Millionen Projekt zur Disposition. "Damit wollen wir jegliche Zweifel an Bedenken und an der geschlossenen Unterstützung aus den eigenen Reihen ausräumen", betonte Porsch.

Die Notwendigkeit des Ersatzneubaus mit 36 Betten und moderner Zimmergestaltung sei gutachterlich bestätigt. Er umfasse auch sanitäre, barrierefreie und energetische Neugestaltung. Porsch hofft auf den Förderbescheid noch in 2016, so dass in die europaweite Ausschreibung gegangen werden kann. (Kurz notiert)
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