Kriminalität zurückgegangen
„Sicherer leben“ in Bayern

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Bayern
24.03.2016
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Weniger Straftaten, weniger Wohnungseinbrüche und eine gute Aufklärungsquote: Innenminister Herrmann kann zufrieden sein. In der Oberpfalz ging die Kriminalität im vergangenen Jahr besonders stark zurück.

München. Die Kriminalitätsbelastung in Bayern ist 2015 trotz Flüchtlingszuzug und hoher Einsatzdichte bei der Polizei spürbar zurückgegangen. Nach der am Mittwoch von Innenminister Joachim Herrmann vorgelegten Kriminalitätsstatistik sank die Zahl der registrierten Straftaten um 2,1 Prozent auf knapp 595 000. Dazu kommen flüchtlingsbedingt rund 210 000 ausländerrechtliche Verstöße gegen Aufenthalts- oder Asylgesetze, die allerdings nicht sicherheitsrelevant sind.

Sichere Oberpfalz


Mit dem Rückgang der Deliktzahlen sank auch das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden. Die Häufigkeitszahl, die die Zahl der Delikte je 100 000 Einwohner misst, ging um 2,8 Prozent auf 4687 zurück. Die Aufklärungsquote stieg auf 62,8 Prozent. In der Oberpfalz sank die Kriminalitätsbelastung überdurchschnittlich. Hier registrierten die Sicherheitsbehörden abzüglich ausländerrechtlicher Delikte 45 250 Straftaten, 3,6 Prozent weniger als 2014. Die Häufigkeitszahl sank um 4,1 Prozent auf 4179. Nach Unterfranken (3914) und Niederbayern (3917) war die Oberpfalz damit der drittsicherste Bezirk. Die höchste Dichte an Straftaten gab es in Mittelfranken (5306). Trotz stagnierender Fallzahlen und einer um 1,2 Prozent auf 9674 gesunkenen Häufigkeitszahl blieb Regensburg auch 2015 die am meisten mit Kriminalität belastete Großstadt Bayerns.

Die Auswirkungen des Flüchtlingszustroms auf das Kriminalitätsgeschehen blieb laut Statistik gering. Insgesamt verübten Zuwanderer gut 23 000 Straftaten. Das entspricht einem Anteil von 3,9 Prozent an allen registrierten Delikten. Etwa ein Fünftel davon verübten die Zuwanderer untereinander in Asylbewerberunterkünften. Der Großteil der straffälligen Zuwanderer wurde nur einmal auffällig. Bei Sexualstraftaten ermittelte die Polizei 82 tatverdächtige Zuwanderer. Das entsprach knapp zehn Prozent aller in Bayern registrierten Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Die meisten Tatverdächtigen ohne deutschen Pass stammten aber nicht aus den Reihen der Flüchtlinge, sondern aus Rumänien, der Türkei, Polen, Italien und dem Kosovo. Erst auf den Plätzen 11 bis 13 kamen Personen aus den Hauptfluchtländern Afghanistan, Syrien und Irak mit Anteilen von jeweils unter drei Prozent. Insgesamt stieg die Zahl ausländischer Tatverdächtiger weiter an. Angesichts eines Anteils von über 31 Prozent an allen Tatverdächtigen sprach Herrmann von einer "großen Herausforderung". Hauptursache für den Anstieg sind offenbar durchreisende Banden sowie die hohe Zahl der vergangenes Jahr festgenommenen Schleuser.

Wende bei Einbrüchen


Das Minus bei den Straftaten betraf vor allem Diebstähle. Hier gab es einen Rückgang um 4,6 Prozent auf 185 250 Fälle. Erfreut zeigte sich Herrmann, dass bei Wohnungseinbrüchen eine Trendwende geschafft worden sei. Nach stetig steigenden Zahlen in den Vorjahren sank die Zahl der Delikte um 730 auf 7480. In knapp der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch. Ein deutliches Minus um 9,2 Prozent auf knapp 65 000 registrierte die Polizei bei den Sachbeschädigungen. Die Zahl der Gewaltdelikte blieb mit 19 220 auf Vorjahresniveau. Höhere Fallzahlen gab es bei Betrug (+7,6%), Raub (+0,5%) und vor allem Computerkriminalität (+21,8%). Wegen der flüchtlingsbedingt verstärkten Schleierfahndung im bayerischen Grenzraum gingen der Polizei auch mehr Rauschgiftdealer und Konsumenten ins Netz. Hier stieg die Fallzahl um 5,7 Prozent auf gut 41 100. Bei den Kontrollen wurde unter anderem 14,9 Kilogramm Crystal sichergestellt, etwas weniger als im Vorjahr. 21 Menschen starben 2015 am Crystal-Konsum. Rückläufig war erneut die Zahl der erfassten Crystal-Erstkonsumenten. Insgesamt gab es in Bayern 314 Drogentote - ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Herrmann erklärte, dass die bayerische Polizei 2015 trotz erhöhter Einsatzbelastung mit G7-Gipfel, Flüchtlingsstrom und Terrorgefahr das hohe Niveau an Sicherheit im Freistaat sogar noch habe verbessern können. "In Bayern leben, heißt sicherer leben", fasste Herrmann die Statistikdaten zusammen. Dank einer "hochengagierten und professionellen Polizeiarbeit" weise Bayern erneut eine hervorragende Kriminalitätsbilanz aus. Mit der Einstellung weiterer Kräfte und einer Verbesserung der Ausrüstung wolle man dies auch in Zukunft gewährleisten.
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