Lebenslange Haft
Ehefrau für Sextrip ermordet

Vermischtes BY
Bayern
18.11.2016
23
0

Er ist intelligent und dennoch - oder gerade deswegen - ein eiskalter Killer. Seine Frau musste sterben und wurde zerstückelt, weil er ihr Geld brauchte - für einen Sexurlaub in Thailand. Dafür ist der Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Augsburg. Er war etwas lebensmüde und dachte über Suizid nach - vorher wollte er aber noch einen ausgiebigen Sexurlaub in Thailand machen. Deswegen musste seine Ehefrau sterben. Er brauchte ihr Geld für die Reise. Wegen dieser Tat ist am Donnerstag ein 53-Jähriger vom Landgericht Augsburg zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Falls das Urteil rechtskräftig wird, kann der Mann nicht nach 15 Jahren auf Bewährung freikommen. Der Verteidiger wollte insbesondere die Schwere der Schuld verhindern und prüft nun, ob er gegen das Urteil in Revision geht. Der Vorsitzende Richter Christoph Wiesner machte klar, dass selbst für einen erfahrenen Strafjuristen wie ihn diese Tat über die sonst üblichen Tötungsverfahren hinausgeht. "Eine solche Motivlage ist auch für ein Schwurgericht schockierend", sagte der Richter.

Der Angeklagte hatte den Tötungsplan in Detail recherchiert. Ende November 2015 setzte er ihn um. Er erschlug seine schlafende Frau (37) mit einem Hammer und zog der Sterbenden dann eine Mülltüte über den Kopf, so dass sie keine Luft mehr bekam. Dann räumte der 53-Jährige die Konten der Eheleute leer, buchte das Flugticket, mietete in einem Augsburger Lagerhaus einen Raum für die Leiche und holte sich Material aus dem Baumarkt. Die Leiche wurde zerstückelt und konserviert mit Streusalz und Bauschaum in Plastikkisten gepackt. Niemand roch in den kommenden fünf Wochen bei dem Lager-Unternehmen die Tote.

So akribisch wie der Mann die Frau umgebrachte und die Leiche versteckte, so bereitwillig gab er später bei der Kripo und auch in dem Prozess das Verbrechen zu. Anfang Januar war der Mann aus Thailand zurückgekommen, nachdem er dort mehrere Frau getroffen hatte. Er war in Frankfurt gelandet und hatte sich in der Nähe von Gießen in einem Hotel einquartiert. Dort wurde er festgenommen. Wegen einer Vermisstenanzeige war längst die Polizei an dem Fall dran. Der 53-Jährige führte die Beamten sofort zu der bis dahin nicht entdeckten Leiche.

Auch das Opfer hatte er einst in Südostasien kennengelernt. Denn die 37-Jährige stammte von den Philippinen, vor zehn Jahren kam sie nach Deutschland und lebte fortan mit ihrem Ehemann in Friedberg vor den Toren Augsburgs. Für den deutlich älteren Mann war es die dritte Ehe. Die drei Schwestern des Opfers waren für den Prozess nach Deutschland gereist, sie nahmen an der Verhandlung als Nebenklägerinnen teil. Im Rahmen der Verhandlung verpflichtete sich der Täter, jeder Schwester 8000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Dies ist aber nur eine symbolische Geste. Bei dem Mann ist finanziell nichts zu holen, und angesichts der langen Strafe dürfte sich daran zunächst wenig ändern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.