Lieber Ärztin als Hollywood-Star
Marianne Koch wird 85

Die Moderatorin, Ärztin und Schauspielerin Marianne Koch. Bild: dpa
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Bayern
16.08.2016
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ARCHIV - Humorist Loriot und Schauspielerin Marianne Koch, aufgenommen am Rande der Aufzeichnung des Gala-Ratespiels "Wer bin ich" in München (undatierte Aufnahme). Foto: Istvan Bajzat/dpa (zu dpa-Porträt "Lieber Ärztin als Hollywood-Star - Marianne Koch wird 85" vom 14.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Schauspielerin, Moderatorin, Ärztin und Autorin: Marianne Koch hat gleich mehrfach Karriere gemacht. Ihre Berufung sah sie in der Medizin, für die sie Hollywood verließ und nach Deutschland zurückkehrte. Jetzt wird sie 85.

München. Sie könnte seit 20 Jahren im Ruhestand sein, doch das kommt für Marianne Koch nicht in Frage. Ihre Leidenschaft gehört der Medizin. Dafür beendete die Münchenerin einst ihre Filmkarriere. Die Ärztin berät seit 15 Jahren Hörer in der "Gesundheitssprechstunde" im Bayerischen Rundfunk und schreibt nebenbei an einem neuen Buch. Um ihren 85. Geburtstag, am Freitag, 19. August, will sie kein Aufhebens machen, wie sie dpa sagte. "Geburtstagsfeiern sind etwas für Kinder."

Zeit zum Feiern habe sie eigentlich auch nicht. Schließlich möchte sie ihr neues "Vorsorge-Buch" endlich abschließen. Einmal in der Woche geht Marianne Koch für den BR auf Sendung und das ein oder andere Interview steht auch noch an. Noch so intensiv arbeiten zu können empfindet sie jedoch als Glück und Privileg.

Hollywood-Star zu werden ist nicht der Plan von Marianne Koch, als sie 1949 in München das Abitur macht. Stattdessen beginnt sie ein Medizinstudium. Die Schauspielkarriere passiert ihr quasi nebenbei. In den Semesterferien übernimmt sie erste kleinere Rollen. Nach dem Physikum 1952 unterbricht sie das Studium und konzentriert sich auf den Film. Ohne Schauspielunterricht wird sie für Millionen Kinogänger zum Idol der Wirtschaftswunderjahre.

An Seite von Gregory Peck


Sie steht an der Seite von Curd Jürgens, Heinz Rühmann, O.W. Fischer und Gregory Peck vor der Kamera - und bezaubert das Publikum mit ihrem Lächeln und ihrem Charme. In Helmut Käutners "Ludwig II." gelingt ihr der Durchbruch. Für ihren Auftritt in "Des Teufels General" wird sie mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Es folgen bis 1970 rund 70 Kinofilme, darunter "Der Stern von Afrika", "Die Landärztin", "Mitternachtsmörder" sowie die Western "Der letzte Ritt nach Santa Cruz". In dem Sergio Leone-Klassiker "Für eine Handvoll Dollar" spielt sie mit Hollywood-Legende Clint Eastwood.

Doch der Glanz der Filmwelt füllt Koch nicht aus. 1973 kehrt sie - inzwischen Mutter zweier Söhne - an die Universität zurück und schließt wenige Jahre später ihr Studium mit der Promotion ab. 1985 eröffnet sie in München eine internistische Praxis. Rückblickend sieht sie die Schauspielerei nur als eine langjährige Episode in ihrem Leben an: "Die (Filmkarriere) ist für mich nicht nur zeitlich, sondern auch emotional eine ziemlich vage Erinnerung."

Ihre große Bekanntheit beim deutschen TV-Publikum verdankt Koch aber besonders dem ARD-Ratespiel "Was bin ich?" mit Gastgeber Robert Lembke. Sie gehörte seit den 1960er Jahren als Mitglied der Stammbesetzung neben Annette von Aretin, Guido Baumann und Hans Sachs mit ihren treffsicheren Fragen zu der Sendung wie das Schweinderl, in dem die Fünf-Mark-Stücke der Kandidaten klingelten. Koch war in vielen weiteren TV-Sendungen präsent, für ihre Moderation in der Talk-Sendung "III nach Neun" bekam sie 1976 einen Grimme-Preis.

Passion gehört Medizin


Kochs Passion ist bis heute die Medizin. 14 Jahre lang steht sie als Präsidentin der Deutschen Schmerzliga vor und ist ihr als Ehrenpräsidentin weiterhin verbunden. Sie gibt Patientenseminare, schreibt mehrere medizinische Ratgeber und tritt im Radio auf. Das "Gesundheitsgespräch" im BR findet sie deshalb toll, "weil wir eine ganze Stunde lang in aller Ausführlichkeit ein medizinisches Thema erklären und darüber mit den Hörern sprechen können".

Doch jetzt steht erst einmal der Geburtstag an. Den will Marianne Koch mit der Familie und Freunden "so normal wie möglich" verbringen. "Mal schauen, ob es gelingt."
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