Lka hebt Fälscherwerkstatt aus
Blüten aus Landshuter Garage

Das bayerische Landeskriminalamte hat eine komplette funktionierende Falschgeldwerkstätte ausgehoben. Von der Bestellung der Hologramme bis hin zum Vertrieb nutzten die jungen Fälscher das Internet. Bild: dpa
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Bayern
03.03.2016
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Bis in die Niederlande, Österreich und die Schweiz lieferten die jungen Männer das Falschgeld aus ihrer Garagenwerkstatt in Landshut. Offenbar hatten sie im Dezember mit der Produktion begonnen. Wirklich lange ging das nicht gut.

München/Landshut. Die Polizei hat zwei jungen Geldfälschern aus Landshut das Handwerk gelegt und eine florierende Fälscherwerkstatt ausgehoben. Es handele sich bundesweit um eine Premiere, sagte der Leiter des Sachgebietes Falschgeld beim Bayerischen Landeskriminalamt, Helmut Schäfer.

Die beiden hatten sämtliche Schritte von der Bestellung der Hologramme über den Druck der Noten bis zum Vertrieb der Blüten über das sogenannte Darknet selbst abgewickelt, hieß es am Mittwoch. Den Männern (21 und 23) drohen laut Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl nun mindestens zwei Jahre Haft, da sie gewerbsmäßig gefälscht hätten. Die Blüten - laut Schäfer von schlechter Qualität - hatten die beiden in einer Garage auf gewöhnlichen Tintenstrahldruckern hergestellt. Nachbarn wurden auf das seltsame Treiben aufmerksam und alarmierten die Polizei. Die beiden wurden Mitte vergangener Woche festgenommen. Gefunden wurden neben 60 fertig gedruckten Scheinen auch 200 Posteinlieferungsbelege, die den Versand von Banknoten an Besteller im Bundesgebiet, aber auch ins benachbarte Ausland dokumentieren.

Tausende falsche Fuffziger


Rund 50 Empfänger seien bereits ausfindig gemacht worden, sagte Schäfer. Das gesamte Ausmaß der Tat wird sich den Ermittlern zufolge vermutlich nie klären lassen. Selbst wenn in jedem Umschlag nur fünf Noten waren, wurden rund 1000 falsche Noten verkauft. Gefunden wurden aber zudem 3000 Hologramme für weitere falsche Fünfziger.

Die Falschgeldzahlen steigen seit etwa zwei Jahren deutlich. Ein Grund ist Experten zufolge der anonyme Teil des Internets, das sogenannte Darknet, das den Zugang zu falschem Geld erleichtert. Zugleich unterschätzten Betrüger aber, dass das Internet auch den Beamten helfe.
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