Manager für Flora und Fauna

Martin Hertel, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Fichtelberg, und Revierleiter Peter Schöffel erläutern den Forststudenten Maßnahmen zum Auerwildschutz sowie eine großflächige Moor-Renaturierungsmaßnahme auf der Königsheide. Bild: hfz
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Bayern
14.10.2016
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Da staunt nicht nur der Laie. Auch angehende Fachleute sind voller Bewunderung für Rotwildmanagement, Natur- und Auerwildschutz

Fichtelberg. Im Rahmen einer einwöchigen Fortbildung an der Landesjagdschule Wunsiedel informierten sich 20 Forststudenten der TU-Dresden am Forstbetrieb Fichtelberg bei einer Ganztagesexkursion über die Bewirtschaftung des Rotwilds, vielseitige Naturschutzmaßnahmen und ganz speziell über Maßnahmen zum Schutze des Auerwilds.

"Wir arbeiten gerne mit der Landesjagdschule in Wunsiedel zusammen und freuen uns über ihren Besuch", so Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler, bei der Begrüßung von Severin Weibora, dem Leiter der Landesjagdschule, der zusammen mit Forststudenten der TU-Dresden nach Fichtelberg gekommen war. Das Rotwildkonzept des Forstbetriebs war Thema einer Vortragsreihe am Vormittag. Dabei erfuhren die Studenten, welche Maßnahmen der Forstbetrieb konkret ausführt, um die unterschiedlichen Bedürfnisse und vielseitigen Belange von Wald und Wild bestmöglich zu erfüllen.

Genügend Nahrung


Mehrere Tausend Euro fließen jährlich ganz bewusst in eine aktive Äsungs-Flächenverbesserung, um der durch den Menschen im Lebensraum stark eingeschränkten Tierart genügend Nahrungsangebot zu bieten. Gleiches gilt bei der Winterfütterung des Rotwilds.

"Auch hier nehmen die Bayerischen Staatsforsten bewusst Geld in die Hand und beschicken die drei Rotwildfütterungen des Forstbetriebs mit Grassilage, Rüben und Heu. Das Rotwild soll sich bei Wintereinbruch ungestört an den Fütterungen konzentrieren und im Wald keine Schälschäden verursachen", erklärt Winfried Pfahler. Die bisherigen Erfahrungen des Forstbetriebs mit dem Rotwildkonzept sind sehr positiv und "solange die Schälschäden auf dem bisherigen waldverträglichen Niveau bleiben, sind wir überaus zufrieden", betonte Pfahler.

Martin Hertel, stellvertretender Forstbetriebsleiter, bot den Studenten eine bunte Palette der in den letzten Jahren am Forstbetrieb ausgeführten Naturschutzmaßnahmen. So hörten die interessierten Forststudenten vieles über die Anreicherung von Totholz, die Anlage von Feuchtbiotopen, das Ausbringen von Fledermauskästen bis hin zu großflächigen Moor-Renaturierungsmaßnahmen auf den Flächen der Staatsforsten. Ein besonderes Juwel in den Wäldern des Fichtelgebirges ist das Auerwild. Mit vielen konkreten Beispielen, etwa aktiver Zaunabbau, Entbuschungsaktionen zum Erhalt der als Nahrungspflanze wichtigen Heidelbeere verdeutlichte Martin Hertel den Forststudenten die Maßnahmen des Forstbetriebs zum Schutz und Erhalt dieses einzigartigen Hühnervogels. "All diese Maßnahmen sind uns eine Herzensangelegenheit", bekräftigte Hertel.

Konkrete Beispiele


Nach dem Mittagessen mit Wildgulasch, Blaukraut und Spätzle ging es in den Wald. In Begleitung von Revierleiter Peter Schöffel und Revierjagdmeister Martin Erl konnten die Exkursionsteilnehmer das vormittags Gehörte an konkreten Beispielen weiter vertiefen und mit den Fachleuten des Forstbetriebs diskutieren, ehe es am späten Nachmittag zurück zur Landesjagdschule in Wunsiedel ging zum Vortrag "Jagdethik".
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