Marcus Prinz von Anhalt soll 800 000 Euro Steuern hinterzogen haben
Neuer Prozess gegen „Protzprinz“

Marcus Prinz von Anhalt im Landgericht Augsburg. Archiv: dpa
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Bayern
20.09.2016
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Augsburg. Im ersten Steuerprozess gab es vier Jahre Gefängnis für "Protzprinz" von Anhalt wegen Hinterziehung von 800 000 Euro. Jetzt sieht die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre als ausreichend an und genehmigt einen Porsche als Geschäftswagen und "schnellstes Büro der Welt". Die Staatsanwaltschaft hat in dem neuen Steuerprozess gegen Marcus Prinz von Anhalt eine dreieinhalbjährige Haftstrafe gefordert. In dem Verfahren vor dem Augsburger Landgericht führte der Staatsanwalt am Montag aus, dass der 49-Jährige durch das unzulässige Absetzen seiner Luxusautos fast 660 000 Euro Steuern hinterziehen wollte. In einem ersten Prozess war der selbst ernannte "Protzprinz" und Bordellbesitzer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf, weil die geschäftliche Nutzung von Rolls Royce und Co. nicht ausreichend geprüft gewesen sei.

Die Verteidiger des 49-Jährigen, der Anfang des Monats an der Sat1-Show "Promi Big Brother" teilgenommen hatte, machten klar, dass sie ihren Mandanten für unschuldig halten. Da der BGH grundsätzlich am Schuldspruch festhielt und ein Freispruch daher nicht möglich ist, forderte Rechtsanwalt Olaf Langhanki eine Strafe, durch die der 49-Jährige, als Marcus Eberhardt geboren wurde und sich den adelig klingenden Namen von Frederic Prinz von Anhalt gekauft hatte, nicht mehr ins Gefängnis muss. Er hat bereits mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft gesessen. Ein konkretes Strafmaß nannte Langhanki nicht.

Die Karossen waren nach Ansicht des Verteidigers nötig, um als Rotlicht-Unternehmer Macht auszustrahlen. Zudem habe der Angeklagte, der die Fahrzeuge als Werbemittel für seine Person eingesetzt. Das Urteil soll an diesem Donnerstag verkündet werden.
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