Marktredwitzer Bodenschutztage mit Ortstermin in Waldershof - Schirmherrin ist Umweltministerin ...
Von der Brache zur Gewerbefläche

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Bayern
08.10.2016
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Marktredwitz. Schon seit 1999 treffen sich Experten aus ganz Deutschland und darüber hinaus in zweijährigem Turnus in Marktredwitz zu den Bodenschutztagen. Diese finden vom 12. bis 14. Oktober zum neunten Mal im Egerland-Kulturhaus unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, statt.

Der Bedarf an Bodenfläche für Bauvorhaben ist in Deutschland nach wie vor groß. In Bayern beträgt der tägliche Flächenverbrauch derzeit 10,8 Hektar (entspricht etwa 15 Fußballfeldern). Gleichzeitig fallen in Bayern pro Jahr rund 33 Millionen Tonnen Bodenaushub an, der ordnungsgemäß und schadlos verwertet werden muss. Wichtige Bodenfunktionen können nur erhalten werden, wenn mit dem gewachsenen Boden im Rahmen von Baumaßnahmen möglichst schonend umgegangen wird. Insbesondere große Bauprojekte, wie die Verlegung von Erdverkabelungen, müssen so geplant und professionell begleitet werden, dass Schädigungen des Bodens möglichst vermieden werden. Ein schonender Umgang mit dem Boden, erspart auch Kosten für etwaige Sanierungsmaßnahmen.

Umweltgerecht planen


Die neunten Marktredwitzer Bodenschutztage wollen insbesondere Themen des umweltgerechten Planens und Bauens beleuchten. Dabei sollen gute Beispiele für die Bewertung von Bodenfunktionen, die Aufstellung von Bodenmanagementplänen und für die Durchführung einer effektiven bodenkundlichen Baubegleitung vor allem bei Großbauprojekten vorgestellt und diskutiert werden. Die Vermeidung von Bodenbeeinträchtigungen und von Überschussmassen sowie die fachgerechte Verwertung von Bodenmaterial stellen dabei die Schwerpunkte dar. Dabei wird es unter anderem Vorträge zum Pipelinebau, zur ICE-Strecke Stuttgart-Ulm und zu den Stromtrassenplanungen sowie zu vielen anderen Baumaßnahmen geben. Ergänzend sollen Erfahrungen und Erkenntnisse zum Flächenrecycling sowie zum Umgang mit durch Schadstoffe belastete (Boden-) Materialien ausgetauscht werden. Hierzu kommen Fachleute aus Staatsministerien, Regierungen, Bundes- und Landesbehörden und Kreisverwaltungsbehörden sowie Universitäten, Ingenieurbüros und Großfirmen. Marktredwitz steht in dieser Woche im Mittelpunkt des Bodenschutzes in Mitteleuropa.

Grenzüberschreitend


Die neunten Marktredwitzer Bodenschutztage bieten außerdem eine Plattform für den grenzüberschreitenden Austausch von Erfahrungen und Positionen zu aktuellen Themen des Bodenschutzes. Dazu findet auch eine halbtägige Exkursion am 13. Oktober statt, die in Waldershof beginnt. Dort wird gezeigt, wie die Rosenthal-Industriebrache umweltgerecht wieder in eine nutzbare Gewerbefläche umgewandelt wird. Im einzigartigen Porzellanikon in Selb, dem größten Spezialmuseum für Porzellanherstellung in Europa, werden die Teilnehmer anschließend über die Produktionsschritte hinaus auch über mögliche Umweltbeeinflussungen informiert. Im tschechischen Skalna steht der Besuch einer der größten kaolinitischen Tongruben in ganz Mitteleuropa an. Dort wird das Ausgangsmaterial für verschiedenste hochwertige keramische Produkte gefördert. Die Grube zeigt in eindrucksvoller Weise in welchen vielfältigen Farben, der oft als "Brauner Dreck" geschmähte Boden auftreten kann.

Die fachliche Betreuung und Konzeption der Marktredwitzer Bodenschutztage liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt.

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Weitere Informationen:

www.lfu.bayern.de/boden/bodenschutztage
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