Mehr Geburten im Klinikum Fichtelgebirge - Standesamtsleiter Gerhard Mundel erläutert Statistik
Zuzüge lassen Marktredwitz weiter wachsen

Seinen letzten Jahresbericht hat der Marktredwitzer Standesamtsleiter Gerhard Mundel (Mitte) vorgelegt. Im Lauf des Jahres geht er in Ruhestand. Oberbürgermeister Oliver Weigel (links) würdigte Mundels Arbeit und stellte dessen Nachfolgerin vor: Bärbel Willsch (rechts). Bild: fph
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Bayern
29.01.2016
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Marktredwitz. Mit einer erfreulichen Nachricht hat Standesamtsleiter Gerhard Mundel seinen 27. und letzten Jahresbericht vorgelegt: "Rawetz wächst weiter." Im vergangenen Jahr habe es wie schon 2014 einen deutlichen Zuzugsüberhang gegeben. 206 Menschen mehr zogen nach Marktredwitz als von dort weg. Mundel, der im Lauf dieses Jahres in Ruhestand geht, hofft, dass sich die erfreuliche Entwicklung in den nächsten Jahren durch die zugesagten Behördenansiedlungen noch verstärkt und die ganze Region einen Aufschwung erfährt.

Dank der 871 Zuzüge (bei 665 Wegzügen) stieg die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr in Marktredwitz im Vergleich zum Vorjahr um 69 auf 17 107 (Stand: 31. Dezember 2015). Das liegt nur zum Teil am Plus bei den registrierten Flüchtlingen. Die Stadtentwicklung als Ganzes sieht Oberbürgermeister Oliver Weigel als Grund für die positive Entwicklung. Das fange beim Zustand von Straßen und Gebäuden an, gehe weiter über Veranstaltungen und Feste bis zum funktionierenden Rathaus. "Das Gesamtpaket und der Wohlfühleffekt müssen stimmen." Hoffnungsvoll stimme, dass sich in den nächsten Jahren die Behördenverlagerungen positiv auswirken könnten.

Als einzigen Wermutstropfen macht Mundel wie schon in den vergangenen Jahren die natürliche Bevölkerungsentwicklung aus - nämlich die deutlich höhere Zahl von Sterbefällen im Vergleich zu den Geburten. Den absoluten Tiefstand erreichte die Marktredwitzer Geburtenzahl im Jahr 2014: Frauen aus Marktredwitz brachten lediglich 96 Babys zur Welt. Dem standen 239 Sterbefälle gegenüber. Im Jahr 2015 stieg die Zahl der Geburten auf 127 Kinder an, allerdings ging auch die Zahl der Sterbefälle nach oben, nämlich auf 264.

Auch aus der Oberpfalz


Insgesamt sind im Klinikum Fichtelgebirge im vergangenen Jahr 396 Kinder auf die Welt gekommen, 208 Jungen und 188 Mädchen. Die Eltern stammten aber nicht nur aus Marktredwitz, sondern aus dem ganzen Landkreis Wunsiedel und auch aus der Oberpfalz. Im Jahr zuvor waren es lediglich 381 Geburten, 2013 waren es 354. Die Zahlen seien nicht nur für die Entwicklung des Landkreises, sondern auch für das Klinikum wichtig, sagte Mundel. Den Anteil der Geburten bei Eltern mit Migrationshintergrund bezifferte er auf rund 25 Prozent.

Es sei zwar noch keine Verabschiedung; trotzdem wolle er schon mal die Arbeit von Gerhard Mundel loben, sagte der OB. Seit 1988 leitet Mundel das Standesamt. Heuer geht er in Ruhestand. Seine Nachfolge tritt die langjährige Mitarbeiterin Bärbel Willsch an. Weigel erhofft sich einen "nahtlosen Übergang".

Jakob und SophieModenamen sind in Marktredwitz "out". Bei den Neugeborenen des Jahres 2015 überwiegen traditionelle Vornamen, teils auch biblischer Herkunft. Die Hitliste bei den männlichen Vornamen führt Jakob (9) an, gefolgt von Elia(s) (7), Luca, Leo(n) (je 6), Maximilian/Max sowie Finn/Fynn (je 5). Es folgen Anton, Felix, Linus, Paul, Simon und Tim mit je vier Nennungen. Bei den Mädchennamen steht Sophie/Sophia/Sofia (10) an der Spitze, gefolgt von Emily/Emilia/Emelie (8), Hanna(h), Lena/Lene/Leni (je 6) und Emma, L(o)uisa/Luise (je 5). Es folgen Leonie, Magdalena, Mia und Isabell(a) mit je vier Nennungen. 68 Ehen haben die Marktredwitzer Standesbeamten im Jahr 2015 geschlossen. 2014 waren es 67, im Jahr zuvor 74. Höher ist da die Zahl der Vaterschaftsanerkennungen. Sie liegt bei rund 90 jährlich. In Marktredwitz leben derzeit 1311 ausländische Staatsangehörige - eine Zahl, die sich gegenüber 2014 (1152) deutlich erhöht hat. Prozentual ist dies ein Anteil von 7,1 Prozent. Größte Gruppe waren die Türken (379/Vorjahr 378), gefolgt von Tschechen (152/Vorjahr 147) und Syrern (107/Vorjahr 57). Flüchtlinge schlagen nur zu Buche, wenn sie registriert sind. Menschen in der Sammelunterkunft im ehemaligen Milchhof zählen nicht dazu. (fph)
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