Mit Kalaschnikows nach Paris
Vier Jahre Haft für Waffenkurier

Die Schnellfeuergewehre waren unter anderem im Motorraum des Fahrzeuges des Angeklagten versteckt. Bild: dpa
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Bayern
30.09.2016
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München. Ein 51-Jähriger aus Montenegro, der im November 2015 mit einem Auto voller Waffen auf dem Weg nach Paris erwischt wurde, muss für vier Jahre in Haft. Das Münchener Landgericht verurteilte den Waffenkurier am Donnerstag unter anderem wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Vorausgegangen war ein Deal zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Das Gericht hatte dem Mann eine Freiheitsstrafe von maximal vier Jahren und drei Monaten in Aussicht gestellt, woraufhin dieser ein Geständnis ablegte: Er habe von einer größeren Menge Waffen in seinem Leihwagen gewusst, aber nicht, wofür diese dienen sollten. Und er habe aus Geldnot gehandelt. Er hätte dafür 2000 Euro bekommen sollen. Und das wäre für den "unbedarften Mann", der laut Verteidiger in ärmlichen Verhältnissen in Montenegro lebte, viel Geld gewesen: Das Landgericht glaubte ihm dies. Der Angeklagte war wenige Tage vor den Pariser Terroranschlägen von der Polizei aufgegriffen worden. In seinem Auto entdeckten die überraschten Beamten dann nach und nach ein immenses Waffenarsenal: Handgranaten, mehrere Kalaschnikow-Gewehre, Pistolen, Revolver, Munition sowie TNT-Sprengstoff samt Zünder.

Im Navigationsgerät war eine Adresse in Paris als Ziel eingegeben. Bezüge zu den Pariser Attentätern fanden die Ermittler aber nicht. Damit bleiben die Auftraggeber wohl im Dunkeln. Angeklagt war der Saisonarbeiter zunächst auch wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Letztlich konnte ihm dies dann aber nicht nachgewiesen werden.
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