Mord im Bordellmilieu
Lebenslänglich für brutale Tat

Wegen des gewaltsamen Todes eines Coburger Bordellbetreibers im Dezember 2013 standen vier Angeklagte in einer Neuauflage des Prozesses erneut vor dem Coburger Landgericht. Bild: dpa
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Bayern
08.09.2016
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Im Dezember 2013 wird ein Coburger Bordellbetreiber zu Tode geprügelt. Fast drei Jahre später werden die Täter zu lebenslanger Haft verurteilt - im bereits zweiten Anlauf vor dem Coburger Landgericht.

Coburg. Zwei Männer aus dem Rockermilieu müssen für den Mord an einem Coburger Bordellbetreiber lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte sie als Auftragsmörder. Als Auftraggeber standen eine Frau und ihr Ehemann vor Gericht. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die vier gemeinsam geplant hatten, den Bordellbetreiber zu überfallen und schwer zu verletzen. Die Vorsitzende Richterin sprach von einem "furchtbaren Verbrechen".

Kein konkreter Mordauftrag


Dennoch sei nicht geplant gewesen, das Opfer bei der Tat zu töten, urteilte das Gericht. Deshalb sei die Frau als Mittäterin bei Raub mit Todesfolge schuldig, nicht aber als Mittäterin bei Mord. Dafür verurteilten sie die Richter zu zwölf Jahren Gefängnis.

Die 44-Jährige lebte von ihrem Mann getrennt und führte eine Beziehung mit dem Opfer. Den Mördern hatte sie den Hausschlüssel gegeben und mit einem Anruf sichergestellt, dass das Opfer zu Hause war.

Ihr Mann erhielt wegen Anstiftung - und unter Einbeziehung zweier früherer Urteile - eine Strafe von zwölf Jahren und einem Monat. Die Auftragsmörder (47 und 25) hatten auf das Opfer (66) so stark eingeschlagen und -getreten, dass es starb.

Anschließend stahlen sie noch rund 550 Euro und durchwühlten sein Haus, um einen Einbruch vorzutäuschen. Hinter der Anstiftung durch das Paar stand Habgier, urteilten die Richter. Die 44-Jährige habe das Bordell des 66-Jährigen, nachdem dieser es nicht mehr betreiben konnte, übernehmen wollen.

Revison erfolgreich


Das Landgericht verhandelte den Fall zum zweiten Mal. In einem ersten Urteil waren die beiden Haupttäter lediglich wegen Totschlags verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob den Richterspruch nach einer Revision der Staatsanwaltschaft nun auf. Der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Lieb äußerte sich zufrieden mit dem neuen Urteil: "Wichtig war, dass eine Verurteilung wegen Mordes am Ende steht" - denn es habe sich um eine besonders brutale Tat gehandelt, sagte Lieb.
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