Mordprozess in Augsburg
Ehefrau getötet und zersägt

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Bayern
25.10.2016
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Für den Staatsanwalt war es ein kaltblütiger Mord für die Suche nach neuen Sexpartnerinnen. Der Ehemann behauptet, seine Frau hätte sich sonst selbst getötet. Fest steht: Er brachte das Opfer brutal um, zersägte die Leiche und deponierte die Tote im Lagerhaus.

Augsburg. Ein 53-Jähriger hat vor dem Augsburger Landgericht zugegeben, seine schlafende Ehefrau brutal getötet, die Leiche zersägt und in einem Lagerhaus deponiert zu haben. Zu Beginn des Mordprozesses am Dienstag begründete der Angeklagte seine grausame Tat damit, dass er sich selbst das Leben habe nehmen wollen und seine 37 Jahre alte Partnerin dann wohl auch einen Suizid begangen hätte. Der Verteidiger führte aus, dass sein Mandant mit der Bluttat an der Ehefrau Druck für sich selbst habe aufbauen wollen, tatsächlich sein Leben zu beenden.

Der aus Friedberg bei Augsburg stammende Mann hatte die Leiche zerteilt, die Körperteile auf mehrere Plastikkisten verteilt und diese dann in einem eigens angemieteten Lager in Augsburg abgestellt. Anschließend flog der Mann Anfang Dezember 2015 zu einem langen Urlaub nach Thailand, wo er mehrere Frauen traf. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist diese Reise auch der Grund dafür, dass der Angeklagte seine Frau umgebracht hat. Er habe mit dem Geld seiner Frau den Urlaub finanzieren wollen, um neue sexuelle Kontakte zu knüpfen.

Auch das Opfer hatte der Mann einst in Südostasien kennengelernt. Die 37-Jährige stammte von den Philippinen und lebte seit zehn Jahren mit dem Angeklagten in Deutschland. Angehörige der Frau sind für den Prozess nach Augsburg gereist und nehmen an dem Verfahren als Nebenkläger teil.

Hammer auf den Kopf


Laut Anklage hatte der Mann seiner Ehefrau mit einem zwei Kilo schweren Hammer mit voller Wucht mehrfach auf den Schädel geschlagen. Zusätzlich habe er der sterbenden und noch zuckenden Frau eine Mülltüte über den Kopf gezogen und diese zugeklebt, führte der Staatsanwalt aus. Ob die 37-Jährige letztlich an den Hirnverletzungen starb oder erstickte, konnten die Gerichtsmediziner nicht mehr klären.

Nach der Tat besorgte sich der Mann geruchsdichte Tüten, Streusalz und Bauschaum, um die Leichenteile zu konservieren. Er wollte so verhindern, dass in dem Lagerhaus jemand auf die Tote aufmerksam wird. Vor seiner Abreise schrieb er E-Mails, wonach seine Frau nach einem Streit angeblich in ihre Heimat abgereist sei und er ihr nun hinterherfliege.

In der Verhandlung bekräftigte der Mann, dass er selbst lebensmüde gewesen sei. "Ich wollte unbedingt aus dem Leben scheiden, ich habe nur noch das Negative gesehen." Auch während des Thailandurlaubs habe er darüber nachgedacht, sich an einem Baum zu erhängen oder von einem Hochhaus zu stürzen.

Im Januar kehrte der Mann dennoch nach Deutschland zurück, er landete am Frankfurter Flughafen. Für die erste Nacht hatte er sich ein Hotel im Taunus gebucht. Angeblich wollte er sich nun in Hessen selbst töten. Letztlich wurde er allerdings in der Nähe von Gießen festgenommen.
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