Musik für die Seele

Der Mehlmeisler Gesamtchor zeigte sich unter der Leitung von Martin Wiche von seiner allerbesten Seite.
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Bayern
01.06.2016
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Strahlend, hell und aufsteigend ist die Musik, wenn sich die beiden Vollblutmusiker - René Pascal Bauer an der Trompete und Walter Thurn an der Orgel - der glanzvollen Schönheit der barocken Musik in ihrer Transparenz widmen. Sie zieht jeden musikbegeisterten Menschen unweigerlich in den Bann.

Mehlmeisel. Dabei trägt gerade die um eine Oktave höher liegende Barocktrompete ihren wichtigen Part dazu bei, untermalt und begleitet von einer schlank registrierten Orgel, präzise und virtous gespielt. Könnte ein geistliches Konzert im Marienmonat Mai schöner beginnen als mit dieser froh machenden Musik. Mit der Ouvertüre aus der Suite in D-Dur von Georg Friedrich Händel hatten sich beiden Profis einen wahrhaft guten Griff getan.

Kleine Modulationen


Dann zeigt sich der Mehlmeisler Gesamtchor unter der Leitung von Martin Wiche von seiner besten Seite, bestimmt von hellen, klaren Sopranen, dynamisch stets der Aussage angepasst, auch im zarten Pianissimo und sicher über kleine Modulationen gleitend. Dank und Bitte sei dieses Konzert, erklärt Manfred Prechtl in seiner Begrüßung, womit der Rahmen gesteckt und fortgesetzt wird. Walter Reischer am Klavier übernimmt im Verlauf des Konzertes immer wieder den Begleitpart am Klavier, tut dies stets in absoluter Sicherheit, niemals dominierend, jedoch führend und, wenn es angebracht ist in der Vielfalt der ausgewählten Musikstile, entlockt er dem elektronischen Instrument auch einmal Klänge, die ein mechanisches Klavier nicht hergeben würde. Sicherheit ist bei dem geübten Begleiter eine absolute Selbstverständlichkeit.

Das "Hohelied der Liebe" zelebriert Belcanto in der Fortsetzung, geht dies sehr gefühlvoll und zart an und lässt den Zuhörer auch etwas spüren von den dynamischen Möglichkeiten eines Gesangsquartetts, das dann am schönsten und reizvollsten klingt, wenn es ein zartes pianissimo klingen lässt und den Zuhörern die Möglichkeit gibt, durch ein langsames Tempo die angenehme Akustik im Kirchenschiff auszukosten: Der Klang darf in die äußersten Winkel der Kirche entschwinden und erst die Rückkehr schafft den vollen Genuss. Nach einem "Herr, großer Gott" des Männerchores darf man auf ein neues Genre gespannt sein.

Keineswegs übertrieben rhythmisch trägt der Frauenchor "Kum ba ya" im Gospelstil vor, wobei ein heller und klarer Sopran mit einer Überstimme dem Satz das Pünktchen auf dem i verleiht. Mehrmals an passenden Stellen trug Günther Pöllmann Texte zum Thema "Maria" vor, stets als Lobpreis an die Frau, an die sich Menschen mit all ihren Nöten wenden. Nach einem "Halleluja" von Belcanto kommt wieder wunderbare Musik von der Empore, erfasst die Zuhörer sofort und verleiht diesem Konzert zu Ehren Mariens eine besondere Prägung. Mit den folgenden Sätzen, abwechselnd von den verschiedenen Mehlmeiseler Chorgattungen gesungen, erhält das Konzert nun eine eher volkstümliche Prägung, sowohl inhaltlich wie musikalisch, wenn sich einfache Akkorde aneinander reihen und leicht nachsingbare Melodien untermalen.

Gemäßigter Satz


Kompatibel oder nicht? Die Frage muss nicht beantwortet werden. Die Mutter Gottes zu loben ist die Absicht des Tages, und das darf jeder auf seine Weise tun. Das geschieht bei diesem Konzert engagiert und überzeugend! Einer im Tempo und Ausdruck eher gemäßigten Satz von Fantini hatten die beiden Musiker auf der Empore ausgewählt, um damit den letzten Teil des Konzerts einzuleiten. Der beinhaltet so bekannte Lieder wie das "Engelsterzett" oder den "Abendfrieden".

Schließlich ergänzt Pascal René Bauer mit einer Trompetenstimme Chor und Klavier beim "Ave-Maria der Berge", dankbar aufgenommen vom Publikum, das sich mit kräftigem Applaus für den wunderbaren Nachmittag bedankt. Mit einem Segensgebet, gesprochen von Diakon Franz Lautenbacher, und dem gemeinsam gesungenen Lied "Schwarze Madonna" endete das Konzert.
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