Nach dem Unglück von Werneck
Wie konnte der Brückenneubau einfach einstürzen?

Die Unfallstelle an der Talbrücke Schraudenbach der A 7 bei Werneck. Hier war am Mittwoch bei dem Einsturz eines Brückenneubaus ein Arbeiter getötet worden, mehrere wurden schwer verletzt. Bild: dpa
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Bayern
17.06.2016
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Wie konnte der Brückenneubau an der A 7 einfach so einstürzen? Sachverständige, Kriminalpolizisten und andere Experten haben auf diese Frage noch keine Antwort gefunden. Die Oberpfälzer Baufirma zeigt sich tief betroffen.

Werneck/Neumarkt. Am Vortag war an der A 7 in Unterfranken beim Einsturz eines 40 Meter langen Brückenteiles ein Mensch ums Leben gekommen, 15 weitere wurden verletzt. Der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer, Heinrich Schroeter aus Floß (Kreis Neustadt/WN), sagte, er vermute als wahrscheinlichsten Auslöser Mängel im Baugrund oder Fehler am Gerüst.

"Tragischer Unfall"


"Wenn zum Beispiel vor 40 Jahren ein Bauer da ein Loch gegraben hat", so Schroeter, "kann dadurch der Baugrund absinken." Dadurch könnten dann das Gerüst und das Bauwerk einstürzen. Am Mittwochnachmittag war ein 40 Meter langes Segment der im Bau befindlichen neuen Schraudenbach-Talbrücke in die Tiefe gestürzt. Ein unter der 20 Meter hohen Brücke montiertes Gerüst mit Arbeitern wurde mitgerissen. Ein 38 Jahre alter Bauarbeiter aus Kroatien kam bei dem Einsturz ums Leben. Elf Menschen wurden schwer verletzt, vier weitere leicht.

Die ausführende Baufirma Max Bögl aus Neumarkt bezeichnete den Einsturz als "tragischen Unfall". Beim Bau der Brücke sei ein "lange erprobtes und bewährtes Bauverfahren" angewendet worden. Bei den Toten und Verletzten handle es sich um Beschäftigte von beauftragten Subunternehmern. Die IG Bauen Agrar Umwelt nahm das Unternehmen am Donnerstag in Schutz. "Das alteingesessene Unternehmen gehört zu den besten Baufirmen in Deutschland", sagte Regionalleiter Hans Beer. Bögl sei eine "überaus seriöse Firma", bei der die Vorschriften zur Arbeitssicherheit genau eingehalten würden.

Wie es nach dem Unglück weitergeht, ist offen. Laut Polizei hat derzeit höchste Priorität, dass "die Beweisführung nicht gefährdet" ist. Die Staatsanwaltschaft habe eine Sperre des Unglücksorts verfügt.
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