Nach dem Zugunglück von Bad Aibling
Bahn: Bei Sicherheitseinrichtung kein Unterschied zwischen Streckenart

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Bayern
19.02.2016
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Weiden/Amberg. Sind eingleisige Bahnstrecken weniger sicher als zweigleisige? Nach dem Bahnunglück von Bad Aibling am Dienstag vergangener Woche stellen sich viele Menschen diese Frage. Dort waren beim Zusammenstoß zweier Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke von Rosenheim nach Holzkirchen 11 Menschen getötet und über 80 zum Teil schwer verletzt worden. "Bei unseren Sicherheitseinrichtungen unterscheiden wir nicht nach ein- und zweigleisigen Strecken. Deshalb ist auch die Aussage, eingleisige Strecken seien weniger gesichert, nicht richtig", sagt eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage. Von 33 000 Kilometern Gesamtstreckenlänge in Deutschland seien rund 15 000 eingleisig. In Bayern verfügt laut Bahn knapp die Hälfte des 6000 Kilometer langen Netzes nur über ein Gleis.

Wie überall in Deutschland sind auch in der Oberpfalz vor allem Hauptstrecken zweigleisig, etwa die Nord-Süd-Linie von Hof über Marktredwitz, Weiden und Schwandorf nach Regensburg. Gleiches gilt für die Strecke von Nürnberg über Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg nach Amberg. Eingleisig ist der weitere Abschnitt über Freihöls bis Irrenlohe (22 Kilometer). Ebenfalls jeweils nur ein Gleis führt von Schwandorf über Furth im Wald (67 Kilometer) beziehungsweise von Marktredwitz und Schirnding nach Tschechien. Je nach Bedeutung und Verkehrsaufkommen hat die Bahn die Stellwerks-Technik erneuert. Während von Weiden aus Richtung Bayreuth fast ausschließlich mechanische Stellwerke mit ihren typischen Flügelformsignalen anzutreffen sind, ist auf der mit bis zu Tempo 160 befahrenen eingleisigen Strecke zwischen Neukirchen und Weiden ausschließlich modernere Technik verbaut. Die Station Vilseck wird elektronisch per Mausklick von Weiden aus gesteuert. Die übrigen Bahnhöfe wie Freihung und Weiherhammer verfügen über Relais-Stellwerke, der zweitneuesten Technik. Ähnlich das Bild in der mittleren Oberpfalz. In Bodenwöhr Nord ist bereits seit Anfang der 90er Jahre ein elektronisches Stellwerk in Betrieb. In Furth im Wald wurde vor sechs Jahren das mechanische Stellwerk ebenfalls von der Computersteuerung abgelöst. Ein mechanisches Stellwerk steht aber zum Beispiel noch in Freihöls zwischen Amberg und Schwandorf.
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