Nach Einbrüchen in Bäckereifilialen
Drei Männer vor Gericht

Filialen der Bäckerei Kutzer waren Ziel von Serieneinbrecher. Die mutmaßlichen Täter stehen derzeit in Hof vor Gericht. Bild: tr
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Bayern
18.05.2016
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Drei junge Marktredwitzer legen vor dem Landgericht Hof ein umfassendes Geständnis ab. Ihnen werden mehr als 20 Einbrüche zur Last gelegt.

Hof. Wie kommt man eigentlich auf den Gedanken, innerhalb weniger Wochen gleich in 20 Verkaufsfilialen einer einzigen Großbäckerei einzubrechen? Diese Frage richtet sich an drei junge Männer aus Marktredwitz, die seit Dienstag vor der Jugendkammer des Landgerichts Hof stehen.

Ihre Antwort ist verblüffend einfach: "Weil es beim ersten Mal so gut geklappt hat. Da haben wir uns gesagt: Da bleiben wir dabei." Es lohnte sich ja auch: Im September und Oktober des vorigen Jahres brachen sie in nicht weniger als 20 Filialen der Konnersreuther Großbäckerei Kutzer in Oberfranken und der Oberpfalz ein. Dort nahmen sie mehrfach den Tresor mit den Tageseinnahmen mit und erbeuteten zusammen rund 15 000 Euro. Außerdem hinterließen sie einen Schaden von 22 000 Euro.

Ein Anwohner, der in Weiden Augenzeuge eines Einbruchs geworden war, schilderte dem Gericht, wie schnell die Täter arbeiteten. Ihn hatte der Hund geweckt, als einer der Täter einen Vorschlaghammer gegen die Eingangstür setzte. Gerade einmal fünf bis zehn Minuten habe es gedauert, bis der Täter wieder aus dem Laden gekommen sei und einen "rechteckigen Gegenstand" in sein Auto geworfen habe. Als nächstes habe er sich noch den Hammer aus dem Laden geholt, und dann brauste das Auto rechtzeitig vor dem Eintreffen der Polizei wieder davon.

Safe kein Hindernis


Bei dem rechteckigen Gegenstand hatte es sich um den Safe gehandelt, in dem die Verkäuferinnen ihre Tageseinnahmen einschlossen. Allzu schwer sei es nicht gewesen, die Geldwürfel zu öffnen, sagte der 25-jährige mutmaßliche Haupttäter, der wie seine 22 und 21 Jahre alten Komplizen ein umfassendes Geständnis ablegte. Genauso leicht sei es gewesen, die Würfel aus ihren Befestigungen herauszuschlagen. Bei einigen Einbrüchen reichte die Zeit, den Safe gleich vor Ort zu öffnen.

Es habe einige Zeit gebraucht, bis er erkannt habe, dass man es mit Serientätern zu tun habe, berichtete der Inhaber der Großbäckerei. Danach habe man die Tageseinnahmen nicht mehr über Nacht in den Filialen gelassen. Mehrfach stießen die Einbrecher auf einen leeren Safe. Allerdings seien etliche Verkäuferinnen wochenlang mit unguten Gefühlen zur Arbeit gegangen.

Erpresser-Spur nach Weiden


Weitere 26 000 Euro sollen die drei Männer bei Einbrüchen in Autowerkstätten in Marktredwitz, Wunsiedel und Wiesau erbeutet haben. Auch dort hinterließen sie an Türen und Fenstern Schäden in fünfstelliger Höhe. Der arbeitslose 25-Jährige gab an, dass er einen besonderen Grund gehabt habe, sich Geld zu besorgen. Kurz vor der Einbruchsserie sei er von zwei Unbekannten zusammengeschlagen worden, die von ihm 50 000 Euro verlangten. 10 000 Euro habe er nach ihren Anweisungen in drei Raten in einem Mülleimer eines Weidener Parks deponiert.

Der Prozessauftakt hatte sich verzögert, da einer der Schöffen feststellte, dass einer der geschädigten Werkstattbesitzer, sein Sohn ist. Ein anderer Schöffe musste deshalb einspringen. Die Verhandlung wird am Donnerstag um 9 Uhr fortgesetzt.
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