Nach Fund von Listerien in Wurst
Großmetzgerei droht Pleite

Es wird eng für die Großmetzgerei Sieber. Eine Firmenpleite ist nach dem Produktionsstopp für Wurstwaren nicht mehr ausgeschlossen. Bild: dpa
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Bayern
07.06.2016
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Geretsried. Zehn Tage nach dem behördlich angeordneten Produktionsstopp für bakterienbelastete Wurst der Großmetzgerei Sieber hat die Firma am Montag eine Insolvenz nicht mehr ausgeschlossen. "Die Lage ist dramatisch", sagte Unternehmenssprecher Erich Jeske im oberbayerischen Geretsried. Demnächst werde die Entscheidung fallen, ob es eine Zukunft für den Betrieb mit 120 Mitarbeitern gibt "oder das Ende". Das Landratsamt Bad Tölz hatte am 27. Mai ein Vertriebsverbot für Produkte der Metzgerei Sieber erlassen und den deutschlandweiten Rückruf sämtlicher Ware angeordnet.

Inzwischen wurden in 12 von 80 Proben Listerien nachgewiesen. Nach Mitteilung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lagen jedoch alle Proben unter dem Grenzwert. Die Infektion mit den Bakterien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Babys, alten Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen. Mitte März war bei einer routinemäßigen Probe im Raum Nürnberg in einem Sieber-Produkt eine deutlich über dem Grenzwert liegende Zahl von gesundheitsgefährdenden Listerien nachgewiesen worden. Nach umfangreichen Untersuchungen sehen das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen Zusammenhang zwischen dem "Original bayerischen Wammerl" von Sieber und einem Ausbruch von Listerioseerkrankungen im Jahr 2012 hauptsächlich in Süddeutschland. Acht Menschen starben daran.
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