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München im Ausnahmezustand

Bei schlimmen Ereignissen kommen verschiedene Polizeigruppen zum Einsatz. Bild: dpa
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Bayern
26.07.2016
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Straßen waren wie leer gefegt. Busse und Bahnen fuhren nicht. Taxifahrer nahmen keine Fahrgäste mehr mit. In der Stadt München herrschte in der Nacht zum Samstag eine ungewöhnliche Lage.

Ein 18 Jahre alter Mann hatte in München auf Menschen geschossen. Neun von ihnen starben, weitere wurden verletzt. Der Täter flüchtete.

Viele Menschen brachten sich in Sicherheit. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Der Täter brachte sich am Ende selbst um. Wenn so etwas passiert, muss die Polizei schnell handeln. Sie geht dann auf eine bestimmte Weise vor. "Wenn die Polizei Notrufe wegen einer gefährlichen Situation bekommen hat, bildet sie eine besondere Aufbau-Organisation", sagt der Fachmann Rainer Wendt. "Das wird gemacht, damit der ganz normale Polizei-Dienst getrennt weiterlaufen kann." Also Dinge wie die Aufklärung von Diebstählen.

Ein Führungsstab


Die Aufbau-Organisation wird von bestimmten Mitarbeitern geleitet. Man nennt sie Führungsstab. "Außerdem richtet man für verschiedene Aufgaben Einsatz-Abschnitte ein", erklärt Rainer Wendt. Das bedeutet: Es gibt verschiedene Gruppen für verschiedene Aufgaben.

Verstärkung möglich


Eine Gruppe schaut sich etwa an, welche Polizisten und wie viele gebraucht werden. "Wenn ein Einsatzleiter sieht: Die Polizisten, die wir in unserer Stadt zur Verfügung haben, reichen nicht, kann er Verstärkung rufen." Für besonders gefährliche Zugriffe gibt es zudem Polizisten, die speziell ausgebildet und ausgerüstet sind.

Eine andere Gruppe kümmert sich zum Beispiel darum, den Täter zu suchen. Eine weitere versucht, so viel wie möglich über ihn herauszubekommen. Die Gruppe "Öffentlichkeitsarbeit" dagegen beantwortet Fragen von Reportern. Dort schreibt man auch Informationen an die Bevölkerung, zum Beispiel über das Internet.

Lage beobachten


"Die Informationen aus jeder einzelnen Gruppe laufen im Führungsstab zusammen", sagt der Experte. Dort schauen die Polizisten, wie die Lage sich entwickelt. Und sie entscheiden, wie man darauf reagieren muss - damit nicht noch weitere Menschen in Gefahr geraten.

#offeneTür


Meine Tür steht euch offen! Das haben viele Menschen in der Stadt München am Wochenende fremden Leuten angeboten. Dort hatte ein Mann am Freitagabend auf Menschen geschossen. Die Polizei rief dazu auf, in Häusern oder Wohnungen zu bleiben.

Viele Leute waren aber noch draußen unterwegs. Deswegen hatten Anwohner im Internet geschrieben, dass man sich bei ihnen in Sicherheit bringen kann. Das nahmen einige Menschen auch an. Oder man half, indem man sich zusammenschloss. Jemand schrieb zum Beispiel im Internet: "Spontan bei einer Freundin untergekommen. Mit dabei: 4, bis gerade noch unbekannte, Mädels."

Ein Mann erinnerte im Internet daran, dass bei all dem Schlimmen auch immer Gutes zu finden sei: "Egal wie grausam die Welt gerade zu sein scheint...die Guten sind immer noch in der Überzahl."
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