Neue Heimat, neues Fest

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Bayern
19.12.2014
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Stell dir vor, du ziehst in ein fremdes Land und hast Heimweh. Wie gut, wenn es in deiner neuen Heimat ein Fest gibt, bei dem du mitfeiern kannst. So wie Weihnachten: Sechs Kinder, die aus dem Irak nach Deutschland geflohen sind, freuen sich schon darauf.

Ohne Christbaum, Geschenke und Plätzchen geht an Weihnachten gar nichts. Das finden die meisten Menschen in Deutschland. Auch Razya und ihre fünf Geschwister freuen sich auf den 24. Dezember. Dabei kannten sie Weihnachten vor ein paar Jahren noch gar nicht. Denn die Familie kommt aus der Stadt Mossul. Sie liegt im Irak, einem Land im Westen von Asien.

Razya und ihre Familie glauben nicht an Christus. Sie gehören einer anderen Religion an: Sie sind Jesiden. Doch in ihrer Heimat konnten sie nicht bleiben. Sie wurden dort schlecht behandelt. Deshalb flohen sie nach Deutschland und leben nun bei München.

"Im Irak haben wir kein Weihnachten gefeiert", erklärt Razya. Letztes Jahr feierten sie Heiligabend zum ersten Mal - und waren begeistert. "Wir haben deutsches Essen gekocht", erinnert sich die 13-Jährige. Dazu luden sie Freunde und Verwandte in das kleine Haus, das sie sich mit einer anderen Flüchtlingsfamilie teilen.

"Es war total cool", schwärmt der 8-jährige Hussein. Und die 10 Jahre alte Dalal findet: "Uns gefällt besonders der Weihnachtsbaum. Und die Geschenke." Die 7-jährige Natalya träumt von einer Puppe. "Und ich wünsche mir eine große Kasse voll Schmuck", sagt Hanan. Einen langen Wunschzettel hat die 11-Jährige nicht. "Darf man sich auch zwei Sachen wünschen?", fragt sie. Sie hätte gerne ein Mikrofon.

Der Vater Adnan möchte seinen Söhnen und Töchtern eine Freude machen. Er wünscht sich: "Dass ich meinen Kindern Geschenke geben kann, dass wir einen Baum haben und dass alle zusammen sitzen, essen, trinken." Hussein ergänzt: "Und schön feiern!"

Für Razya ist noch etwas anderes wichtig. Sie ist froh, dass sie in Deutschland in die Schule gehen kann. "Ich freue mich total, dass ich hier bin", sagt die 13-Jährige. "Wir brauchen nichts anderes außer Bildung. Dann bekommen wir eine gute Arbeit, wenn wir groß sind."

Gerade an Feiertagen vermisst sie trotzdem ihre Freunde und Verwandten, die im Irak geblieben sind. Dort, wo die Familie früher mal ein eigenes Haus mit neun Zimmern hatte. Razyas größter Wunsch ist deshalb auch nicht mit Geld zu kaufen: "Ich hoffe, dass alles wieder gut wird!" (dpa)
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