Neuer Intendant und Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg
Das Personalkarussell dreht sich

Jens-Daniel Herzog (Mitte) wird neuer Intendant im Nürnberger Staatstheater, Jan Philipp Gloger (rechts) neuer Schauspieldirektor, Goyo Montero (links) bleibt Ballettdirektor. Theater-Direktor Christian Ruppert (Zweiter von links) und Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner begrüßten das neue Team. Foto: Staatstheater
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Bayern
26.11.2016
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Nürnberg. So ist das, wenn man einen neuen Job anfängt - die Erwartungen sind groß. Zum Beispiel die von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Bei der Vorstellung des Staatstheater-Chefs betonte er: "Ich erwarte, dass Jens-Daniel Herzog viele herausragende Künstler nach Nürnberg holen wird." Der Regisseur und bisherige Dortmunder Opernintendant übernimmt den Posten des Staatsintendanten zur Spielzeit 2018/2019. Sein Vorgänger Peter Theiler wechselt an die Semperoper in Dresden. Was man von Herzog erwarten darf, deutete dieser im Interview an: "Ich werde selbst Regie führen." Eines liegt ihm dabei am Herzen: "Oper für alle" - jeder soll an diesen großen Schätzen der Musikgeschichte teilhaben.

Modernisierung der Oper


Herzog kam 1963 in Stuttgart zur Welt. Er studierte Philosophie an der FU Berlin und war Regieassistent bei den Münchner Kammerspielen. Seine erste Regiearbeit, die Uraufführung von Marlene Streeruwitz Stück "New York, New York" wurde 1993 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. In den folgenden Jahren arbeitete Herzog als Theater- und Opernregisseur in Hamburg, Wien, Salzburg, Seoul und Zürich. Von 2002 bis 2006 war er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim. Erwarten wird Herzog in Nürnberg auch eine Baustelle: ab 2020 gilt es, das Opernhaus (Baujahr 1905) zu modernisieren. Die Oper mit 1000 Plätzen und sechs bis acht Premieren pro Saison wird in dann ausgelagert.

Weiter wurde bei der Pressekonferenz Regisseur Jan Philipp Gloger vorgestellt. Er übernimmt das Amt des Schauspieldirektors. Die Neubesetzung geht mit dem Vertragsende von Klaus Kusenberg einher. Lobende Worte sprach Herzog: "Klaus Kusenberg hat das Schauspiel Nürnberg 18 Jahre lang geleitet und hier hervorragende Arbeit gemacht." Mit Glogers Berufung als "jüngsten Schauspieldirektor an einem großen deutschen Theater" geht auch ein Generationenwechsel einher: "Gloger ist ein profilierter Künstler, der Spaß an alten Texten und an neuen Formen hat und mit dem ich eng zusammenarbeiten möchte." Gemeinsam wollen sie in Oper und Schauspiel ein Sänger- und Schauspieler-Ensemble aufbauen, "das für diese Stadt steht und mit dem sich das Publikum identifizieren kann".

Ballettdirektor bleibt


Bei all diesen Veränderungen, bleibt aber auch etwas gleich: Der Vertrag des Ballettdirektors wird um weitere fünf Jahre, bis 2023, verlängert. Dazu sagte der Staatsintendant: "Es ist eine große Ehre für mich, dass Goyo Montero seine Arbeit am Staatstheater Nürnberg fortsetzen möchte. Ich habe mehrere Arbeiten von ihm gesehen und war einfach nur begeistert. Das ist eine ausdrucksstarke, berührende und heutige Tanzsprache, mit Lust zum Erzählen und einem überraschenden Umgang mit dem Raum, den ich so anderswo noch nicht gesehen habe." Einen Eindruck davon gibt es am Samstag, 10. Dezember, im Opernhaus, wenn bei der Uraufführung mit dem Titel "Monade" Choreographien von Goyo Montero und Mauro Bigonzetti zu bewundern sind und Alte Musik sowie zeitgenössischer Tanz miteinander verschmelzen.
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